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Kindervelos bei Manor
Ein 16-Zoll-Velo mit Stützrädern steht halb im Kies, halb auf dem Gartenweg – die Kette leicht ölverschmiert, der Sattel schon zum dritten Mal höhergeschraubt. Kindervelos müssen mitwachsen, robust sein und vor allem zur aktuellen Körpergrösse passen, denn Kinder verändern sich schnell und ein zu grosses oder zu kleines Velo bremst die Fahrfreude eher aus, als sie zu fördern. Wer beim Kauf auf die richtige Grösse, den passenden Velotyp und eine kindgerechte Ausstattung achtet, trifft eine Entscheidung, die über Monate oder sogar Jahre trägt. Im Folgenden erfahren Sie, worauf es bei Kindervelos wirklich ankommt.
Welche Grösse braucht mein Kind? Zoll, Schrittlänge und Rahmenhöhe richtig zuordnen
Schrittlänge messen – so geht es richtig
Die Körpergrösse allein sagt wenig darüber aus, welches Velo tatsächlich passt, da Kinder sehr unterschiedliche Proportionen zwischen Bein- und Oberkörperlänge haben. Verlässlicher ist die Schrittlänge: Das Kind stellt sich barfuss mit dem Rücken an eine Wand, ein Buch wird waagerecht in den Schritt geklemmt, und der Abstand von der Buchoberkante bis zum Boden wird gemessen. Wichtig ist, ohne Schuhe zu messen, da diese das Ergebnis verfälschen. Anders als beim Schuhkauf spielt die Tageszeit beim Messen der Schrittlänge keine Rolle, ein Messen am Abend ist also unproblematisch.
Schrittlänge und Zollgrösse zuordnen
Altersangaben auf Verpackungen sind nur grobe Richtwerte – die Schrittlänge ist das deutlich verlässlichere Mass für die passende Velogrösse. Faustregel: Das Kind sollte im Sattel auf tiefster Position mit beiden Fussballen sicher den Boden berühren, nicht nur mit den Zehenspitzen. Liegt die Schrittlänge zwischen zwei Grössen, empfiehlt sich die grössere Variante – der Sattel wird dann tief eingestellt, sodass das Velo mitwachsen kann.
- 12 Zoll: Schrittlänge ca. 33–40 cm, Körpergrösse ca. 85–100 cm, Alter ca. 2–3 Jahre
- 16 Zoll: Schrittlänge ca. 40–48 cm, Körpergrösse ca. 100–115 cm, Alter ca. 4–5 Jahre
- 20 Zoll: Schrittlänge ca. 48–55 cm, Körpergrösse ca. 115–130 cm, Alter ca. 6–8 Jahre
- 24 Zoll: Schrittlänge ca. 55–65 cm, Körpergrösse ca. 130–145 cm, Alter ca. 8–11 Jahre
- 26 Zoll: Schrittlänge ca. 65–75 cm, Körpergrösse ca. 145–160 cm, Alter ca. 11–14 Jahre
Laufrad, Stützrad-Velo oder richtiges Kinderrad – welcher Typ passt wann?
Laufrad (ab ca. 2 Jahren)
Ein Laufrad hat keinen Tretmechanismus – das Kind schiebt sich mit den Füssen vom Boden ab und trainiert dabei Gleichgewicht und Lenkkoordination, bevor es auf ein Pedal-Velo umsteigt. Das Gewicht ist entscheidend: Unter 3,5 kg lässt sich ein Laufrad leicht kontrollieren, über 5 kg wird es für Kleinkinder schnell zu schwer. Der Übergang zum Pedal-Velo lohnt sich, sobald das Kind sicher rollt, ohne die Füsse ständig am Boden zu halten. Stützräder am Laufrad gibt es übrigens nicht – das Konzept ersetzt sie durch aktives Balancetraining.
Erstes Pedal-Velo, 12–16 Zoll (ca. 3–5 Jahre)
In dieser Phase reicht ein einfacher Singlespeed-Antrieb völlig aus, und eine Rücktrittbremse ist oft sinnvoller als eine reine Handbremse, da die Handkraft bei 3–4-Jährigen für zuverlässiges Bremsen häufig noch nicht ausreicht. Ein tiefer Durchstieg erleichtert das Auf- und Absteigen zusätzlich. Beim Gewicht lohnt sich ein genauer Blick: Unter 8 kg lässt sich ein 16-Zoll-Velo deutlich leichter handhaben, während günstige Modelle oft 10–12 kg auf die Waage bringen – ein Unterschied, den kleine Kinder direkt spüren.
Kinderrad 20–26 Zoll (ca. 6–14 Jahre)
Ab 20 Zoll kommt in der Regel eine Gangschaltung mit 6–7 Gängen dazu, Handbremsen vorne und hinten werden Standard, und die Rahmengeometrie unterscheidet sich je nach Einsatzzweck zwischen City-, MTB- und BMX-Rahmen. Ab 24 Zoll werden Lichtsysteme und Schutzbleche für den Schulweg relevant. Wer ein Freizeit-Kindervelo von einem schulwegtauglichen Modell unterscheiden möchte, achtet auf Beleuchtung, Reflektoren, Schutzbleche und Klingel. Wir bei Manor empfehlen ab 20 Zoll bewusst einen Aluminiumrahmen, denn die Gewichtsersparnis von 1–3 kg gegenüber Stahl wird bei Steigungen auf dem Schulweg spürbar. Wer sich auch für den Mountainbike-Bereich interessiert, findet dort passende Modelle für ältere Kinder mit sportlichem Anspruch.
Darauf kommt es an: Ausstattung und Kaufkriterien für Kindervelos
Rahmen und Gewicht
Aluminium ist gegenüber Stahl rund 30–40 % leichter bei vergleichbarer Stabilität, dafür meist etwas teurer. Stahl gilt als robuster bei Stürzen, da er sich eher verbiegt als bricht, bringt aber deutlich mehr Gewicht mit. Bei kleinen Kindern lohnt sich ein tiefer Einstieg, der das Auf- und Absteigen erleichtert.
Als Faustformel gilt: Ein Kindervelo sollte maximal 30–35 % des Körpergewichts des Kindes wiegen – bei einem 20-kg-Kind also unter 7 kg. Günstige Modelle liegen jedoch häufig bei 9–12 kg, was das Handling merklich erschwert. Herstellerangaben beziehen sich zudem oft nur auf den Rahmen ohne Zubehör, das tatsächliche Gesamtgewicht kann 1–2 kg höher liegen. Bei der Sortimentsauswahl achten wir bei Manor deshalb gezielt darauf, dass zu den Leichtbau-Modellen auch das reale Fahrgewicht ausgewiesen wird, nicht nur der nackte Rahmen.
Bremsen
Bis etwa 5 Jahre eignet sich die Rücktrittbremse als Hauptbremse, ab 6 Jahren empfiehlt sich eine Kombination aus Rücktritt- und Handbremse. Ab 8–9 Jahren wird die Handbremse vorne und hinten zum Standard, meist als V-Brake ausgeführt. Scheibenbremsen finden sich erst ab 24–26 Zoll bei sportlicheren Modellen. Für Kinderhände wichtig: Bremshebel sollten verstellbar sein – bei 5–6-Jährigen liegt der ideale Griffabstand bei maximal 7–8 cm, damit zwei Finger den Hebel sicher erreichen. Viele Markenvelos bieten diese Justierbarkeit, bei einfacheren Modellen fehlt sie oft.
Gangschaltung und Antrieb
Bei 12–16 Zoll reicht ein Singlespeed-Antrieb mit nur einem Gang völlig aus und reduziert unnötige Komplexität. Ab 20 Zoll sorgt eine 6–7-Gang-Kettenschaltung für mehr Flexibilität bei Steigungen. Eine Nabenschaltung mit 3–5 Gängen ist wartungsärmer, aber schwerer – für den Stadtverkehr gut geeignet, im Gelände weniger praktisch.
Verkehrssicherheit und Zubehör
- Beleuchtung vorne und hinten – für den Schulweg unverzichtbar, bei reinen Freizeitvelos oft nicht serienmässig
- Reflektoren an Speichen, Pedalen und Rahmen – die Schweizer Strassenverkehrsvorschriften verlangen Rückstrahler vorne weiss und hinten rot
- Schutzbleche – schützen vor Spritzwasser und Schmutz bei jedem Wetter
- Klingel – gehört zur Pflichtausstattung im Strassenverkehr
- Kettenschutz – schont Hosenbeine und Finger, besonders bei jüngeren Kindern wichtig
Passendes Zubehör sowie Ersatzteile für Bremsen, Schaltung oder Beleuchtung finden Sie in der Kategorie Velozubehör und unter Veloersatzteile.
Marken im Manor-Sortiment: Von Einstieg bis Performance
Einstieg und Alltagsvelos
Im Einstiegssegment, etwa im Bereich von CHF 200–400, finden sich solide Modelle für Freizeit, erste Fahrversuche und Quartierfahrten. Marken wie BTWIN oder Modelle aus dem breiten Sortiment von DECATHLON bieten hier solide Grundausstattung, oft mit Stahlrahmen und entsprechend etwas höherem Gewicht.
Mittelklasse und Schulweg
Im Preissegment von etwa CHF 400–650 überzeugen Modelle mit Alu-Rahmen, verstellbaren Bremshebeln und geringerem Gewicht. Diese Velos eignen sich besonders für den täglichen Schulweg sowie für Wochenendausflüge und erste Familientouren, da sie meist bereits verkehrssicher ausgestattet sind.
Performance und Sport
Für ambitionierte Familien, Trail-Fahrten oder Ausflüge in den Bike-Park lohnt sich ein Blick auf Leichtbau-Kindervelos und Kinder-MTBs, etwa von ROCKRIDER oder VAN RYSEL, meist im Preissegment ab CHF 650. Hier zählen ein geringes Gewicht unter 8 kg bei 20 Zoll, eine hochwertige Gangschaltung und – je nach Modell – eine Federgabel. Hochwertige Kindervelos aus diesem Segment behalten zudem ihren Wiederverkaufswert gut, was sich bei der schnellen Wachstumsrate von Kindern durchaus auszahlt.
Gut zu wissen: Was Eltern oft unterschätzen
Kindervelos werden häufig nach Optik oder Preis ausgewählt – dabei ist das Gewicht des Velos der am meisten unterschätzte Faktor. Ein 12-kg-Velo für ein 18-kg-Kind entspricht proportional einem 45-kg-Velo für einen Erwachsenen: Das Fahren wird anstrengend, das Lenken unsicher, und die Motivation sinkt schnell.
Ausserdem wachsen Kinder zwischen 4 und 10 Jahren im Schnitt alle 1,5–2 Jahre aus ihrer Velogrösse heraus – wer von Anfang an eine Nummer zu gross kauft, riskiert unsicheres Fahren, weil die Füsse den Boden nicht erreichen und die Bremshebel zu weit entfernt liegen. Lieber die passende Grösse wählen und den Sattel mitwachsen lassen – die Spanne zwischen tiefster und höchster Sattelposition beträgt bei guten Kindervelos 8–12 cm. Für individuelle Beratung stehen Ihnen unsere Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung.
Häufige Fragen zu Kindervelos
Wie finde ich heraus, ob das Kindervelo die richtige Grösse hat?
Neben der Bodenberührung im Sattel lohnt sich ein zweiter Test beim Treten: Am tiefsten Pedalpunkt darf das Knie nicht ganz durchgestreckt sein, eine leichte Beugung von etwa 15–20° ist ideal. Bleiben die Knie beim Treten stark angewinkelt, ist das Velo zu klein und die Tretbewegung wirkt gestaucht. Am besten lässt sich das direkt in einer Manor-Filiale bei einer Probefahrt auf ebenem Boden überprüfen, bevor der Kaufentscheid fällt.
Stahl oder Aluminium – welches Rahmenmaterial ist besser für Kinder?
Neben dem Gewichtsunterschied gibt es einen Aspekt, der bei der Kaufentscheidung oft übersehen wird: das Langzeitverhalten. Stahlrahmen können bei Kratzern im Lack rosten, wenn das Velo häufig im Freien steht oder bei Regen ungeschützt bleibt – ein Grund, warum viele Occasions-Kinderräder aus Stahl deutliche Rostspuren am Unterrohr zeigen. Aluminium ist gegen Korrosion unempfindlicher, was den Wiederverkaufswert nach zwei bis drei Jahren spürbar besser erhält. Stahl bleibt trotzdem eine sinnvolle Wahl, wenn das Budget knapp ist oder das Velo häufig stürzt, da sich verbogene Stahlrohre leichter richten lassen als beschädigtes Aluminium.
Welches Kindervelo eignet sich für den Schulweg?
Für den Schulweg braucht das Velo eine vollständige Verkehrsausstattung: fest montierte Beleuchtung vorne und hinten, Reflektoren, Klingel und Schutzbleche. Zusätzlich empfehlenswert sind ein Gepäckträger für den Schulranzen sowie ein stabiles Schloss. Ein Helm ist in der Schweiz für Kinder unter 14 Jahren zwar keine gesetzliche Pflicht, wird aber dringend empfohlen – passende Kinderhelme finden Sie in der Kategorie Helme, Protektoren & Schoner.
Wie pflege ich ein Kindervelo richtig?
Schmieren Sie die Kette alle 2–4 Wochen mit einem Tropfen Velo-Kettenöl. Prüfen Sie den Reifendruck alle zwei Wochen, da Kindervelo-Reifen schneller Luft verlieren als Erwachsenenreifen – der Solldruck steht auf der Reifenflanke, meist zwischen 2,5 und 3,5 bar bei 16–20-Zoll-Reifen. Kontrollieren Sie monatlich den Bremsbelag-Verschleiss und wischen Sie den Rahmen mit einem feuchten Lappen ab, statt einen Hochdruckreiniger zu verwenden, der Wasser in Lager und Tretlager drücken kann. Nutzen Sie die Winterpause für einen Grundservice in der Manor-Filiale oder bei einem Velomech.
Wann sollte ich Stützräder montieren – und wann abnehmen?
Stützräder sind kein Muss – Kinder, die bereits ein Laufrad gefahren sind, starten oft direkt ohne. Sie vermitteln zudem ein etwas falsches Gleichgewichtsgefühl, da sich das Kind in Kurven nicht neigt, sondern sich auf die Stütze verlässt. Wenn Sie Stützräder nutzen, empfiehlt sich eine Übergangsphase von maximal 2–4 Wochen, danach werden sie abmontiert und das Kind übt auf einer flachen Wiese oder einem leeren Parkplatz weiter. Hat das Kind nach 4 Wochen mit Stützrädern noch kein Vertrauen entwickelt, lohnt sich der Rückgriff auf ein Laufrad für weiteres Gleichgewichtstraining.