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Dörrgeräte: Obst, Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Haushalt haltbar machen
Letzten Herbst landete die Hälfte der Zwetschgen vom Luzerner Markt im Kompost – reif schneller, als irgendwer mitessen konnte. Diesen Herbst liegen die gleichen Früchte in dünnen Scheiben auf den Einschüben eines Dörrgeräts, und nach acht Stunden füllen sich die Vorratsgläser mit Trockenfrüchten, die bis in den Februar halten. Vom saisonalen Überschuss zum selbstgemachten Snack: Was früher aufwendiges Lufttrocknen über Tage bedeutete, erledigt ein moderner Dörrautomat über Nacht bei kontrollierter Temperatur. Wir bei Manor erleben seit einigen Jahren, dass immer mehr Kundinnen und Kunden gezielt nach Geräten fragen, die über das reine Obstdörren hinausgehen – von Kräutern über Pilze bis hin zu Beef Jerky.
Welches Dörrgerät passt zu Ihrem Haushalt?
Der entscheidende Unterschied zwischen den Gerätetypen liegt nicht in der Wattzahl, sondern in der Luftführung – und damit in Gleichmässigkeit, Lautstärke und Flexibilität beim Beladen.
Stapeldörrer mit vertikaler Luftführung
Heizelement und Ventilator sitzen im Sockel oder Deckel, die warme Luft steigt vertikal durch gestapelte Kunststoff-Einschübe. Preislich ist das der zugänglichste Einstieg ab etwa CHF 50–80, und die kompakte Stellfläche von rund 30 × 30 cm passt auch in kleine Küchen. Allerdings trocknen die unteren Einschübe deutlich schneller als die oberen – alle zwei bis drei Stunden sollten Sie die Ebenen rotieren. Die Kapazität ist auf vier bis sechs Einschübe begrenzt, und jede zusätzliche Ebene verschlechtert die ohnehin ungleichmässige Luftverteilung weiter. Für Gelegenheitsnutzer, die primär Kräuter oder kleinere Mengen Obst trocknen, reicht ein Stapeldörrer trotzdem völlig aus.
Einschub-Dörrautomat mit horizontaler Luftführung
Hier sitzt der Ventilator an der Rückwand und bläst die warme Luft horizontal über herausziehbare Einschübe – im Prinzip ein Miniatur-Umluftbackofen, nur deutlich sparsamer. Das Ergebnis: gleichmässige Trocknung ohne lästiges Rotieren. Einzelne Einschübe lassen sich jederzeit herausziehen, um den Fortschritt zu prüfen, ohne den gesamten Prozess zu stören. Kapazitäten von fünf bis zehn Einschüben, Gehäuse aus Edelstahl oder BPA-freiem Kunststoff, Preissegment zwischen CHF 120 und 300. Wer regelmässig grössere Mengen Schweizer Saisonobst verarbeitet oder Jerky herstellen möchte, kommt an diesem Gerätetyp kaum vorbei.
Der Backofen als Dörr-Alternative
Kein separates Gerät nötig: Umluft bei niedriger Temperatur (35–70 °C), Tür einen Spalt offen, fertig. Klingt praktisch – und ist es für den gelegentlichen Einsatz auch. Der Haken ist der Stromverbrauch: Ein Backofen zieht 1.500 bis 2.000 Watt, ein dediziertes Dörrgerät 300 bis 700 Watt. Bei einem achtstündigen Dörrvorgang zahlen Sie mit dem Backofen also das Drei- bis Fünffache an Energiekosten. Dazu kommt: Der Ofen ist während der gesamten Trocknungszeit von sechs bis zwölf Stunden blockiert, und die Temperaturkontrolle fällt bei den meisten Modellen unter 50 °C ungenau aus. Sinnvoll für den ersten Versuch, aber kein Ersatz für ein eigenständiges Gerät, wenn Sie regelmässig dörren wollen.
Darauf kommt es beim Kauf an
Temperaturregelung und Timer – warum stufenlos den Unterschied macht
Unterschiedliche Lebensmittel verlangen enge Temperaturfenster: Kräuter brauchen 35–40 °C, Obst 50–60 °C, und für Beef Jerky empfiehlt sich ein Vordörren bei 70–74 °C in der ersten Stunde, bevor Sie auf 63–68 °C reduzieren – das ist relevant für die Lebensmittelsicherheit bei rohem Fleisch. Eine stufenlose Temperaturregelung ist daher einer Einstellung in 10-°C-Sprüngen klar überlegen, weil Sie die Gradzahl präzise auf das Dörrgut abstimmen können. Rohkost-Enthusiasten achten besonders auf die Untergrenze: Erst ab einem Minimum von 35 °C bleiben Enzyme aktiv, die bei höheren Temperaturen zerstört werden.
Ein Timer mit automatischer Abschaltung verhindert, dass Apfelchips nach zwölf Stunden Nachtbetrieb zu staubtrockenen Plättchen werden. Standardzeiten als Orientierung: Apfelchips 8–12 Stunden, Bananenchips 10–14 Stunden, Tomaten 8–14 Stunden. Geräte ohne Timer erfordern manuelles Abschalten – bei Dörrvorgängen über Nacht ein echtes Problem.
Leistungsaufnahme – was die Wattzahl wirklich bedeutet
Die meisten Dörrgeräte bewegen sich zwischen 300 und 1.000 Watt. Ein typisches Modell mit fünf Einschüben arbeitet im Bereich von 350–500 W. Bei acht Stunden Dörrzeit und Schweizer Stromkosten von durchschnittlich 27 Rappen pro kWh kostet ein Durchgang etwa CHF 0.75–1.10. Geräte über 700 W lohnen sich erst ab acht oder mehr Einschüben – alles darunter erzeugt nur unnötig Abwärme in der Küche.
Einschübe: Material, Anzahl und Dörrfläche
Die Gesamtdörrfläche ist als Kaufkriterium wichtiger als die blosse Einschub-Anzahl. Ein Gerät mit fünf Einschüben à 30 × 30 cm bietet rund 0,45 m² Dörrfläche – das reicht für etwa zwei bis drei Kilogramm frisches Obst pro Durchgang. Edelstahl-Einschübe sind spülmaschinenfest, geschmacksneutral und verziehen sich auch nach Jahren intensiver Nutzung nicht. BPA-freier Kunststoff ist leichter und günstiger, kann sich aber bei regelmässigem Einsatz über 60 °C verfärben. Für Kräuter, Blüten oder selbstgemachtes Fruchtleder brauchen Sie feinmaschige Zusatzeinsätze oder spezielle Folien, die bei vielen Geräten als Zubehör erhältlich sind. Wer das gedörrte Obst anschliessend portionsweise lagern möchte, findet passende Einmachgläser oder Vorratsdosen bei uns im Sortiment.
Lautstärke und Aufstellmasse – worauf offene Wohnküchen achten sollten
Die Betriebslautstärke liegt je nach Modell zwischen 40 und 55 dB – bei acht bis zwölf Stunden Laufzeit kein unwichtiges Detail. Unter 45 dB gilt als schlafzimmertauglich. Planen Sie bei Einschub-Dörrautomaten eine Aufstellfläche von etwa 40 × 35 cm ein, plus mindestens fünf Zentimeter Abstand zur Rückwand für die Luftzirkulation.
Weitere Kriterien auf einen Blick
- Reinigung: Herausnehmbare, spülmaschinenfeste Einschübe sparen bei klebrigem Dörrgut wie Mango oder Ananas erheblichen Aufwand – wer schon einmal eingetrockneten Fruchtzucker von einem Gitter gekratzt hat, weiss das zu schätzen
- BPA-frei: Bei Kunststoff-Einschüben auf die Kennzeichnung achten, besonders bei Temperaturen über 60 °C
- Zubehör im Lieferumfang: Fruchtleder-Einsätze, Kräutergitter, teilweise sogar Joghurt-Becher – manche Geräte ermöglichen bei 40 °C auch die Joghurt-Zubereitung. Für die Vorbereitung des Dörrguts lohnt sich ein Blick auf unsere Schneideutensilien
- Türvariante: Eine Glastür bei Einschub-Geräten erlaubt Sichtkontrolle, ohne die Tür zu öffnen – das verhindert Temperaturverlust und verkürzt die Trocknungszeit
Beliebte Marken im Manor-Sortiment
Stöckli ist die Schweizer Referenz im Dörrbereich. Die Einschub-Dörrautomaten der Traditionsmarke bewegen sich im Premiumsegment zwischen CHF 200 und 350, bieten Edelstahl-Einschübe und stufenlose Temperaturregelung. Was uns bei Manor an Stöckli besonders überzeugt: Das Zubehörsortiment lässt sich einzeln nachkaufen – von Zusatzeinschüben bis zu Fruchtleder-Folien. Die Geräte sind auf Langlebigkeit ausgelegt und arbeiten angenehm leise, was bei mehrstündigen Dörrvorgängen in der Wohnküche spürbar wird.
Rommelsbacher trifft die solide Mitte: horizontale Luftführung, Timer-Funktion und gute Ersatzteilverfügbarkeit im Preissegment zwischen CHF 100 und 200. Unserer Erfahrung nach die beste Wahl, wenn Ihnen ein Stapeldörrer zu wenig gleichmässig arbeitet, Sie aber nicht ins Premiumsegment investieren möchten. Auch Marken wie SEVERIN bieten in diesem Bereich verlässliche Küchengeräte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gut zu wissen, bevor Sie starten
Das Dörren verändert den Kaloriengehalt pro Gramm erheblich: 100 g frischer Apfel enthalten ca. 52 kcal, 100 g getrockneter Apfel rund 240 kcal – der Wasserverlust konzentriert den Fruchtzucker auf einen Bruchteil des ursprünglichen Volumens. Wer Dörrsnacks als kalorienarme Alternative versteht, unterschätzt die Portionsgrösse schnell. Auch die Lagerung erfordert Sorgfalt: Unzureichend getrocknetes Obst mit einer Restfeuchte über 15–20 % schimmelt innerhalb weniger Wochen. Trockenfrüchte halten in luftdichten Gläsern an einem kühlen, dunklen Ort sechs bis zwölf Monate – dafür eignen sich auch Behälter zum Aufbewahren und Frischhalten aus unserem Sortiment, etwa von Mepal oder rotho. Wer grössere Mengen länger lagern möchte, kann die Portionen zusätzlich mit einem Vakuumiergerät versiegeln.
Häufige Fragen zu Dörrgeräten
Wie viel Platz brauche ich für ein Dörrgerät in der Küche?
Messen Sie den geplanten Stellplatz aus und planen Sie an drei Seiten fünf bis zehn Zentimeter Abstand ein, damit die Abluft frei entweichen kann. Das Gerät muss nicht neben dem Herd stehen – ein Rollwagen oder Beistelltisch funktioniert genauso gut. Für Küchen unter 8 m² ist ein kompakter Stapeldörrer mit einer Grundfläche von etwa einem DIN-A4-Blatt die platzsparendste Lösung, und er lässt sich zwischen den Einsätzen im Schrank verstauen.
Welches Material ist bei den Einschüben besser – Edelstahl oder Kunststoff?
Das entscheidet sich oft erst nach ein paar Monaten Nutzung. Edelstahl ist kratzfest – auch wenn eingetrocknete Fruchtmasse mit einer Bürste abgerieben wird, bleibt die Oberfläche intakt. Kunststoff-Einschübe reagieren empfindlicher auf Säure: Wer regelmässig Zitrusfrüchte, Ananas oder Tomaten dörrt, bemerkt nach einigen Durchgängen eine rauere Oberfläche, an der Dörrgut stärker haftet. Edelstahl leitet Wärme ausserdem gleichmässiger weiter, was bei niedrigen Temperaturen um die 40 °C einen messbaren Unterschied in der Trocknungsdauer ausmacht. Kunststoff isoliert stärker und braucht dadurch etwas länger, bis die Einschubfläche die eingestellte Temperatur erreicht.
Kann ich mit einem Dörrgerät auch Jerky oder Pilze trocknen?
Beides gehört zu den beliebtesten Anwendungen jenseits von Obst. Beim Jerky kommt es auf den Schnitt an: Streifen immer gegen die Faser schneiden, maximal 5 mm dick – das verkürzt die Trocknungszeit und ergibt die typische Textur, die beim Biegen leicht bricht, aber nicht splittert. Ist das Fleisch nach dem Dörren noch gummiartig, braucht es weitere ein bis zwei Stunden. Pilze wie Steinpilze oder Shiitake entwickeln durch den Wasserverlust ein deutlich intensiveres Umami-Aroma als frische Exemplare und gelingen bei 50–55 °C in sechs bis acht Stunden. Voraussetzung für beides: Das Gerät muss stufenlos mindestens 70 °C erreichen. Stöckli-Dörrautomaten bieten genau diese stufenlose Regelung und sind deshalb unsere erste Empfehlung für vielseitige Anwendungen.
Wie reinige ich mein Dörrgerät richtig?
Einschübe nach jedem Gebrauch mit warmem Wasser und mildem Spülmittel abwaschen. Spülmaschinenfeste Modelle bei maximal 50–55 °C im Schonprogramm reinigen – Kunststoff verzieht sich ab etwa 65 °C Wassertemperatur. Eingebranntes Fruchtleder lösen Sie am besten, indem Sie die Einschübe zwanzig Minuten in lauwarmem Wasser mit einem Schuss Essig einweichen und anschliessend mit einer weichen Bürste abarbeiten – keine Stahlwolle verwenden, die beschädigt die Antihaft-Beschichtung. Das Gehäuse nur feucht auswischen, niemals unter fliessendes Wasser halten. Den Lüfterbereich alle drei bis vier Monate mit Druckluft oder einem trockenen Pinsel von Staub und Fruchtfasern befreien – das erhält die Luftleistung.
Wie nachhaltig ist das Dörren im Vergleich zum Einfrieren?
Gedörrtes braucht keinen Strom bei der Lagerung – das ist der grösste Vorteil gegenüber der Tiefkühltruhe, die über Monate kontinuierlich Energie zieht. Konkret: Aus einem Kilogramm frischen Äpfeln werden nach dem Dörren etwa 100–130 g Trockenfrüchte, die in ein einziges Einmachglas passen statt in einen Gefrierbeutel. Der Platzbedarf im Vorratsschrank schrumpft auf einen Bruchteil. Doppelwandige Edelstahl-Gehäuse, wie sie etwa bei Stöckli-Modellen verbaut sind, halten die Wärme besser im Gerät und senken den Energieverbrauch pro Durchgang spürbar gegenüber einfachen Kunststoff-Gehäusen. Für Haushalte, die saisonal grössere Mengen Schweizer Obst konservieren wollen, ist Dörren ökologisch und platztechnisch dem Einfrieren klar überlegen.