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Menstruationstasse bei Manor – der nachhaltige Begleiter für Ihren Zyklus

Eine kleine Silikontasse liegt neben der Zahnbürste auf dem Badezimmerregal – ausgekocht, trocken, bereit für den nächsten Zyklus. Kein Nachkaufen, kein Verpackungsmüll, kein nächtliches Aufstehen zum Wechseln. Für viele Frauen in der Schweiz ist das längst Alltag – vom Wintermorgen in Bern bis zum Sommerabend in Lugano. Doch gerade beim ersten Kauf entscheiden Details wie Grösse, Festigkeit und Tassenlänge darüber, ob die Menstruationstasse zur Dauerlösung wird oder frustriert in der Schublade landet. Wir bei Manor möchten, dass Sie diesen Fehlkauf nicht machen – und erklären deshalb, worauf es wirklich ankommt.

Worauf es bei der Wahl einer Menstruationstasse ankommt

Grösse und Fassungsvermögen – warum die Buchstaben trügen

Die meisten Hersteller bieten zwei Grössen an: klein (S) und gross (M oder L). Kleine Tassen fassen etwa 15–20 ml und eignen sich für leichte bis mittlere Blutungen, grosse Modelle kommen auf 25–30 ml. Zum Vergleich: Ein normaler Tampon absorbiert rund 6–8 ml – eine Menstruationstasse ersetzt also drei bis vier Tampons pro Füllung. Bei einem durchschnittlichen Gesamtblutverlust von 30–70 ml pro Zyklus muss eine grosse Tasse nur ein- bis zweimal täglich geleert werden.

Aber Vorsicht: Eine „Grösse S" bei Lunette kann dem Durchmesser einer „Grösse M" bei OrganiCup entsprechen. Vergleichen Sie immer den Durchmesser in Millimetern, nicht die Buchstaben auf der Verpackung.

Material und Verträglichkeit – medizinisches Silikon ist nicht gleich Silikon

Medizinisches Silikon ist der Goldstandard: hypoallergen, latexfrei, temperaturbeständig bis rund 200 °C und auskochbar ohne Qualitätsverlust. Wer nachgewiesenermassen auf Silikon reagiert, findet in TPE (thermoplastisches Elastomer) eine Alternative – allerdings ist TPE weniger hitzebeständig und muss früher ersetzt werden. Entscheidend beim Kauf ist die Zertifizierung: Achten Sie auf Biokompatibilität nach ISO 10993, FDA-Zulassung oder BfR-Empfehlung. Wir bei Manor empfehlen Einsteigerinnen transparente Modelle ohne Farbstoffe – sie sind die sicherste Wahl für empfindliche Schleimhaut, auch wenn sie Verfärbungen schneller zeigen.

Festigkeit – der unterschätzte Komfortfaktor

Weiche Tassen (Shore A ca. 25–35) üben weniger Druck auf die Blase aus, sind aber schwieriger zum Entfalten zu bringen. Festere Modelle (Shore A ca. 40–50) ploppen nach dem Einsetzen zuverlässiger auf und halten bei Bewegung besser die Position – für Einsteigerinnen oft die frustfreiere Wahl.

  • Stiel- und Griffform: Stiel, Ring, Kugel oder flacher Griff – die Wahl hängt von Ihrer Anatomie ab. Ein zu langer Stiel lässt sich bei den meisten Modellen einfach kürzen.
  • Tassenlänge ohne Stiel: Kurze Tassen (ca. 40–45 mm Körperlänge) passen bei tiefem Muttermund, lange Modelle (ca. 50–55 mm) bei hohem Muttermund. Die Position lässt sich während der Periode mit der Finger-Methode bestimmen – dazu gleich mehr.
  • Auslauflöcher am Rand: Kleine Löcher unter dem Tassenrand erleichtern das Lösen des Vakuums beim Entfernen. Je grösser die Löcher, desto einfacher das Herausnehmen – aber auch desto gründlicher müssen sie bei der Reinigung durchgespült werden, da sich Rückstände festsetzen können.
  • Farbe: Farbige Tassen kaschieren Gebrauchsspuren, transparente zeigen Verfärbungen früher. Ein Qualitätsunterschied besteht nicht.

Welche Typen gibt es – und welcher passt zu mir?

Drei Grundformen dominieren den Markt, und jede löst ein anderes Problem. Die Unterschiede liegen weniger im Material als in der Druckverteilung, dem Fassungsvermögen und der Lernkurve beim Einsetzen.

Klassische Glockenform – der bewährte Allrounder

Der runde, glockenförmige Körper mit breitem Rand erzeugt ein starkes Vakuum und sitzt stabil. Diese Form bietet das grösste Fassungsvermögen pro Durchmesser und ist bei Marken wie Lunette die Standardkonstruktion. Wir bei Manor empfehlen die Glockenform den meisten Anwenderinnen – es sei denn, der Muttermund sitzt besonders tief. Dann kann die Gesamtlänge zum Problem werden.

V-förmige Tasse für empfindliche Blasen

Die konische Form verjüngt sich nach unten und übt dadurch weniger Druck auf Blase und Beckenboden aus. Das Fassungsvermögen fällt bei gleichem Randdurchmesser etwas geringer aus als bei der Glockenform. Für Einsteigerinnen, die beim ersten Versuch ein Druckgefühl spüren, oder für Frauen mit empfindlicher Blase ist dieser Typ oft die angenehmere Alternative.

Die Menstruationsscheibe (Disc) bildet eine eigene Kategorie: Sie sitzt nicht im Scheidenkanal, sondern im Scheidengewölbe hinter dem Schambein – ganz ohne Vakuum. Das eliminiert jedes Druckgefühl und ermöglicht das Tragen während des Geschlechtsverkehrs. Die Lernkurve ist allerdings steiler, und beim Entfernen besteht ein höheres Klecker-Risiko. Wiederverwendbare Modelle aus Silikon sind eine interessante Option für alle, die mit herkömmlichen Tassen nicht zurechtgekommen sind.

Anwendung und Einsetztechnik – so gelingt der Einstieg

Die richtige Falttechnik finden

Drei Methoden haben sich durchgesetzt: Die C-Faltung ist am einfachsten zu erlernen, erzeugt aber den grössten Durchmesser beim Einführen. Die Punch-Down-Faltung macht die Spitze am schmalsten – ideal für den Einstieg –, allerdings ploppen weiche Tassen dabei manchmal nicht vollständig auf. Die S-Faltung liegt dazwischen.

Festere Tassen funktionieren mit der C-Faltung zuverlässiger, weiche Modelle profitieren von der Punch-Down-Technik. Probieren Sie zwei Methoden aus, bevor Sie die Tasse als „zu schwierig" aufgeben.

Muttermund-Position bestimmen – der wichtigste Schritt vor dem Kauf

Führen Sie während der Periode – nicht davor – einen sauberen Finger ein. Erreichen Sie den Muttermund bereits beim ersten Fingerglied, ist er tief: Wählen Sie eine kurze Tasse mit maximal 45 mm Körperlänge. Beim zweiten Glied liegt er mittig, beim ganzen Finger hoch – dann funktionieren auch längere Modelle bis 55 mm. Wichtig: Die Position kann sich im Zyklusverlauf um ein bis zwei Zentimeter verändern, messen Sie daher an verschiedenen Tagen.

Marken im Manor-Sortiment

Lunette kommt aus Finnland, wird aus medizinischem Silikon gefertigt und bietet zwei Grössen in einer mittel-festen Konsistenz. Die breite Farbpalette ist ein netter Bonus. Im Preissegment um CHF 30–35 ist Lunette ein solider Allrounder, mit dem viele Einsteigerinnen gute Erfahrungen machen.

Intimina gehört zur schwedischen Foreo-Gruppe und deckt ein breites Spektrum ab – vom kompakten Modell für unterwegs bis zur klassischen Form. Besonders interessant: die speziell für Teenager und Erstanwenderinnen konzipierte Variante. Preissegment: ca. CHF 25–40.

OrganiCup aus Dänemark ist B-Corp-zertifiziert und AllergyCertified, bietet drei Grössen (Mini, A, B) und setzt auf ein schlichtes Design mit transparentem Nachhaltigkeitskonzept. Mit CHF 25–30 liegt die Marke im Einstiegssegment. Wir bei Manor haben diese Marken bewusst ausgewählt, weil sie unterschiedliche Bedürfnisse abdecken – von der Erstanwenderin bis zur erfahrenen Nutzerin.

Reinigung und Pflege – so bleibt die Tasse hygienisch

Während der Periode gilt: Tasse zuerst mit kaltem Wasser ausspülen – heisses Wasser fixiert Bluteiweiss und fördert Verfärbungen. Danach mit warmem Wasser und milder, parfümfreier Seife nachreinigen. Desinfektionsmittel, Essig und ätherische Öle sind tabu, sie greifen das Silikon an.

  • Zwischen den Zyklen die Tasse in kochendem Wasser 3–7 Minuten auskochen – die genaue Dauer variiert je nach Hersteller
  • In einem luftdurchlässigen Baumwollbeutel aufbewahren, niemals in einem luftdichten Plastikbehälter – Feuchtigkeit braucht einen Weg nach draussen
  • Verfärbungen entfernen: Über Nacht in einer Backpulver-Wasser-Paste oder 3-prozentigem Wasserstoffperoxid einweichen. Die Tasse bleibt funktional auch mit Verfärbung – das ist ein kosmetisches, kein hygienisches Problem
  • Bei korrekter Pflege hält eine Menstruationstasse aus medizinischem Silikon ca. 5–10 Jahre

Gut zu wissen – ehrliche Hinweise zur Menstruationstasse

Eine Menstruationstasse unterliegt in der Schweiz keiner Zulassungspflicht wie ein Medizinprodukt – die Sicherheit hängt wesentlich von der Materialqualität und der korrekten Anwendung ab. Leeren Sie die Tasse spätestens alle 8–12 Stunden, auch bei geringer Blutung. Längeres Tragen erhöht theoretisch das Risiko eines Toxischen Schocksyndroms (TSS), auch wenn dieses bei Tassen nach aktuellem Forschungsstand geringer eingeschätzt wird als bei Tampons. Wer eine Spirale (IUP) trägt, sollte vor der ersten Nutzung Rücksprache mit der Gynäkologin halten – das Vakuum kann in seltenen Fällen die Lage der Spirale beeinflussen. Bei wiederkehrenden Infektionen, Schmerzen beim Einsetzen oder allergischen Reaktionen empfehlen wir das Gespräch mit einer Fachärztin. Für persönliche Beratung rund um Intimpflege stehen Ihnen unsere Fachberaterinnen in den Manor-Filialen zur Verfügung.

Häufige Fragen zu Menstruationstassen

Welche Grösse brauche ich bei meiner ersten Menstruationstasse?

Entscheidend ist Ihre Muttermund-Position, die Sie mit der Finger-Methode (wie oben beschrieben) bestimmen. Doch selbst mit dem richtigen Mass schwanken die Durchmesser je nach Marke erheblich: Lunette Grösse 1 misst 41 mm im Durchmesser, OrganiCup Mini nur 38 mm – bei ähnlicher Bezeichnung. Im Zweifel starten Sie mit der kleineren Grösse: Eine zu kleine Tasse lässt sich leichter einsetzen und korrigieren, während eine zu grosse ein unangenehmes Druckgefühl erzeugt.

Ist Silikon oder TPE besser für empfindliche Haut?

Für die grosse Mehrheit ist medizinisches Silikon die bessere Wahl: langlebiger, in der Forschung besser dokumentiert und robuster bei der Sterilisation. TPE ist sinnvoll nur bei nachgewiesener Silikonunverträglichkeit – ein Hinweis darauf können Reaktionen auf Silikon-Backformen, Schnuller oder Silikon-Pflaster sein. Im Tragegefühl unterscheiden sich die Materialien subtil: TPE nimmt Körperwärme schneller an und fühlt sich dadurch weniger „fremd" an, neigt aber bei einigen Anwenderinnen nach Monaten zu einer leichten Geruchsentwicklung, die bei Silikon kaum auftritt.

Kann ich mit einer Menstruationstasse schwimmen und Sport treiben?

Ja – korrekt eingesetzt dichtet die Tasse durch Vakuum ab, beim Schwimmen dringt kein Wasser ein. Für Sportarten mit starker Beckenbodenbelastung wie Trampolinspringen, CrossFit oder Reiten eine festere Tasse wählen (Shore A 40–50), da weiche Modelle bei abrupten Bewegungen das Vakuum verlieren können. Intimina bietet kompakte Modelle, die sich platzsparend in Reisegrösse verstauen lassen.

Wie reinige ich die Tasse unterwegs ohne Waschbecken?

In der Kabine leeren, mit Toilettenpapier auswischen und wieder einsetzen – beim nächsten Zugang zu Wasser gründlich ausspülen. Alternativ eine kleine Flasche Trinkwasser mitnehmen. Spezielle Reinigungstücher ohne Alkohol und Parfüm sind eine Notlösung, ersetzen aber nicht das Auskochen zwischen den Zyklen. Desinfektionssprays auf Alkoholbasis sind tabu – sie greifen das Silikon an.

Wie nachhaltig ist eine Menstruationstasse wirklich?

Laut gängigen Schätzungen verbraucht eine Person im Laufe ihres Lebens ca. 10.000–17.000 Tampons und Binden. Der grösste ökologische Hebel liegt dabei nicht allein in der Produktmenge, sondern im Verpackungsmüll: Einzeln folienverpackte Tampons mit Plastikapplikator erzeugen pro Zyklus eine Handvoll Einwegplastik, die eine wiederverwendbare Tasse komplett eliminiert. Ehrliche Einschränkung: Die Ökobilanz hängt auch vom Wasserverbrauch beim Reinigen und der Energiequelle beim Auskochen ab – der Vorteil gegenüber Einwegprodukten ist dennoch deutlich.