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Wanderausrüstung im Manor Online-Shop
Der halb gepackte Rucksack liegt auf dem Küchenboden, daneben die Wanderkarte mit der markierten Etappe von Kandersteg Richtung Oeschinensee. Die alte Regenjacke hängt griffbereit über der Stuhllehne – doch hält sie einem Nachmittagsschauer auf 1.800 Metern wirklich noch stand? Genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob eine Tour zum Vergnügen oder zur Zitterpartie wird. Welche Ausrüstungsteile tatsächlich über Komfort, Sicherheit und Freude auf dem Trail entscheiden, zeigt sich vor allem bei Schuhwerk, Wetterschutz und der richtigen Rucksackgrösse.
So stellen Sie Ihre Wanderausrüstung zusammen
Wanderschuhe: Passform und Kategorie
Wer Trekkingschuhe & Wanderschuhe auswählt, sollte zunächst die passende Kategorie bestimmen: Kategorie A eignet sich für Tagestouren auf markierten Wegen mit flexibler Sohle, Kategorie A/B bietet mit höherem Schaft und steiferer Sohle mehr Halt auf Bergwanderwegen, und Kategorie B als Trekkingstiefel ist für Mehrtagestouren, Geröll und leichtes Klettersteig-Terrain gedacht. Die Sohlensteifigkeit wirkt sich direkt auf die Trittsicherheit aus: Eine weichere Sohle läuft sich auf Flachstrecken angenehmer, eine steife Sohle sorgt im Geröll für mehr Stabilität, braucht aber etwas Eingewöhnung. Beim Obermaterial stellt sich zudem die Frage Membran oder Mesh – eine Gore-Tex- oder vergleichbare Membran hält Nässe zuverlässig ab, trocknet dafür aber langsamer als offenes Mesh-Material. Beim Anprobieren gilt: am besten nachmittags, wenn die Füsse leicht angeschwollen sind, und mit den Wandersocken, die später tatsächlich zum Einsatz kommen.
Wetterschutz: Jacke, Schichten, Isolation
Beim Zusammenstellen der Wanderbekleidung lohnt sich das Dreischichtprinzip als Grundlage: Baselayer, Midlayer und Shelljacke arbeiten zusammen, um Feuchtigkeit vom Körper wegzutransportieren und gleichzeitig vor Wind und Regen zu schützen. Als Baselayer bewährt sich Merinowolle mit mindestens 80 % Wollanteil für eine aktive Temperaturregulierung, während synthetische Funktionsfasern schneller trocknen, dafür aber anfälliger für Geruchsbildung sind. Beim Midlayer stehen robuste, schnelltrocknende Fleece-Materialien einer leichten Daune- oder Kunstfaser-Isolation gegenüber, die ein besseres Wärme-Gewichts-Verhältnis bietet, bei Daune ohne DWR-Behandlung jedoch feuchtigkeitsempfindlich bleibt. Die Shelljacke selbst gibt es in 2-Lagen-, 2,5-Lagen- und 3-Lagen-Konstruktion, wobei die 3-Lagen-Variante am robustesten und atmungsaktivsten ist, allerdings auch teurer und steifer ausfällt. Entscheidend ist zudem die Wassersäule: Ab 10.000 mm reicht der Schutz für Tagestouren bei wechselhaftem Wetter, ab 20.000 mm empfiehlt sich die Jacke für Mehrtagestouren und alpines Gelände – parallel sollte die Atmungsaktivität (MVTR) mindestens 10.000 g/m²/24h betragen, sonst staut sich Schweiss unter der Membran.
Rucksack: Volumen und Tragesystem
Für Tagestouren genügen 20–30 Liter Volumen, für Mehrtagestouren mit Hüttenübernachtung sind 35–50 Liter empfehlenswert. Ab etwa 30 Litern ist ein Tragesystem mit Hüftgurt unverzichtbar, da es 60–70 % des Gewichts auf die Hüfte verlagert. Ein belüftetes Rückenpaneel reduziert zudem die Schweissbildung am Rücken spürbar. Als Faustregel gilt: Das beladene Gesamtgewicht sollte bei Tagestouren max. 10–12 % des eigenen Körpergewichts betragen, bei Mehrtagestouren max. 20–25 % – ein 70 kg schwerer Wanderer trägt auf der Tagestour also nicht mehr als ca. 7–8,5 kg. Wir bei Manor empfehlen bei der Anprobe im Geschäft immer, den Rucksack mit etwas Gewicht zu befüllen – ein leerer Rucksack sagt über die Passform am Hüftgurt wenig aus.
- Wandersocken: Merinowolle oder ein Merinowolle-Polyamid-Mix verhindert Blasen deutlich besser als reine Baumwolle, die Feuchtigkeit speichert und die Reibung erhöht. Eine nahtfreie Zehenpartie reduziert Druckstellen zusätzlich.
- Wanderstöcke: Entlasten die Kniegelenke beim Abstieg um bis zu 25 %. Teleskop-Modelle aus Aluminium eignen sich für gelegentliche Nutzung, Faltstöcke aus Carbon für gewichtsbewusste Tourengeher.
- Sonnenschutz & Kopfbedeckung: Ab ca. 1.500 m ü.M. steigt die UV-Strahlung pro 1.000 Höhenmeter um rund 10–12 %. Eine Kappe mit Nackenschutz oder ein breitkrempiger Hut sowie eine Sonnenbrille mit UV400-Schutz und Kategorie 3 oder 4 gehören daher zur Grundausstattung.
- Trinkflasche / Trinksystem: Für Tagestouren empfiehlt sich ein Fassungsvermögen von mindestens 1,5 Litern. Trinksysteme im Rucksack ermöglichen das Trinken ohne Stehenbleiben – ein Vorteil bei gleichmässigem Tempo.
Weiteres passendes Wanderzubehör sowie ergänzende Trekking-Ausrüstung rundet die persönliche Zusammenstellung ab.
Arten von Wandertouren – welche Ausrüstung passt zu welchem Vorhaben
Tagestour auf markierten Wanderwegen
Für gemütliche Tagestouren reicht leichte, flexible Ausrüstung ohne Überlast völlig aus: Kategorie-A-Schuhe mit weicher Sohle, eine 2,5-Lagen-Jacke als Notfall-Regenschutz und ein Rucksack mit 20–25 Litern, der auch ohne Hüftgurt bequem sitzt. Der Nachteil dieser leichten Konfiguration zeigt sich bei plötzlichem Wetterumschwung im Mittelland oder Voralpengebiet – hier bietet die minimalistische Ausrüstung weniger Reserven als eine robustere Variante.
Bergwanderung und alpine Tagesetappen (T2–T3)
Bei anspruchsvolleren Etappen empfiehlt sich eine mittlere Robustheit: A/B-Schuhe mit Knöchelstützung und profilierter Sohle im Vibram-Stil, eine 3-Lagen-Shelljacke für exponierte Grate sowie ein Rucksack mit 25–35 Litern und Hüftgurt. Wanderstöcke sind hier bereits sehr empfehlenswert. Der Nachteil liegt im höheren Packgewicht und der grösseren Investition – dafür steigt die Sicherheitsmarge bei wechselhaften Alpenverhältnissen deutlich.
Mehrtages-Trekking mit Hüttenübernachtung
Für mehrtägige Unternehmungen ist die maximal robuste Konfiguration gefragt: Kategorie-B-Stiefel für Stabilität bei Gepäcklast, ein Rucksack mit 40–50 Litern und verstellbarem Tragesystem, mindestens zwei Sets Wechselwäsche als Baselayer sowie ausreichend Midlayer-Isolation für kalte Hüttenabende. Gewichtsoptimierung wird hier zum Schlüsselthema, denn bei 6–8 Stunden Gehzeit pro Tag zählt jedes Gramm. Der Nachteil: deutlich höhere Gesamtkosten und eine anspruchsvollere Planung im Vorfeld.
Bewährte Wandermarken bei Manor
Premium & Alpin-Spezialist
Mammut ist als Schweizer Traditionsmarke besonders stark bei Hardshells, alpinen Schuhen und technischen Rucksäcken – Jacken bewegen sich preislich meist zwischen CHF 250–500, Schuhe zwischen CHF 180–350. THE NORTH FACE bietet ein breites Sortiment von Baselayer bis Shelljacke, performanceorientiert mit urbanem Crossover-Appeal, und liegt preislich in einem vergleichbaren Segment.
Allround & solides Mittelfeld
Jack Wolfskin punktet mit wetterfester Bekleidung und Rucksäcken für Tages- bis Wochenendtouren, oft mit einer eigenen Membrantechnologie, Jacken ab ca. CHF 150–300. VAUDE überzeugt mit Nachhaltigkeitsfokus über das Green Shape Label, besonders bei Rucksäcken und Midlayern, und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Columbia ergänzt das Sortiment mit Omni-Tech-Membranen für zuverlässigen Wetterschutz und der Omni-Heat-Technologie für aktive Wärmeregulierung, Jacken meist ab ca. CHF 150–280 – eine solide Wahl für alle, die zwischen Alltag und Wochenendtour pendeln. Unserer Erfahrung nach eignet sich dieses Mittelfeld-Segment am besten für Wanderer, die mehrmals im Jahr unterwegs sind, aber keine alpine Vollausstattung benötigen.
Manor bietet ein sorgfältig zusammengestelltes Sortiment aus alpinen Spezialisten und bewährten Allround-Marken – die Beratung in den Filialen hilft bei der Zuordnung zur eigenen Tourenambition.
Gut zu wissen – was oft unterschätzt wird
Ausrüstung, die im Laden perfekt sitzt, verhält sich auf dem Trail oft anders: Schuhe brauchen 30–50 Kilometer Einlaufzeit, bevor sich Leder oder Synthetikmaterial an den Fuss angepasst haben – die erste Bergtour ist dafür der falsche Moment, neue Schuhe deshalb lieber auf 3–4 kürzeren Flachstrecken einlaufen. Ebenso oft unterschätzt: Imprägnierungen (DWR-Beschichtung) verlieren nach ca. 15–20 Wäschen oder intensivem Regen ihre Wirkung und müssen mit Spray oder Einwaschimprägnierer erneuert werden – ein frisch aussehender Stoff ist nicht automatisch noch wasserabweisend. Für individuelle Beratung zur passenden Ausrüstungskombination stehen Ihnen unsere Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung.
Häufige Fragen zur Wanderausrüstung
Wie finde ich die richtige Grösse bei Wanderschuhen?
Füsse am besten nachmittags messen, da sie im Tagesverlauf um bis zu eine halbe Grösse anschwellen. Die dicksten Wandersocken anziehen, die tatsächlich getragen werden, und vorne eine Daumenbreite Platz lassen – beim Bergabgehen rutscht der Fuss nach vorne, zu knapper Raum verursacht blaue Zehennägel. Im Fachgeschäft lohnt sich zudem ein Test auf einer schiefen Rampe, um zu prüfen, ob die Ferse fixiert bleibt.
Welches Jacken-Material eignet sich für wechselhaftes Bergwetter?
Neben der Lagen-Konstruktion entscheidet oft die Verarbeitung der Nähte über die tatsächliche Wetterfestigkeit: Vollständig verklebte (getapte) Nähte verhindern, dass Wasser durch die Stichlöcher eindringt, während einfach vernähte Übergänge bei Dauerregen zur Schwachstelle werden – ein Detail, das auf dem Preisschild selten steht, aber am Berg den Unterschied macht. Auch die Grösse und Anzahl der Belüftungsreissverschlüsse unter den Armen (Pit-Zips) beeinflusst, wie gut sich die Jacke bei wechselnder Anstrengung regulieren lässt, ohne dass Sie sie komplett ausziehen müssen.
Für welche Touren eignet sich die Wanderausrüstung von Mammut besonders?
Mammut lohnt sich vor allem dort, wo Gewicht bei gleichzeitig hoher Schutzleistung zählt: Die alpinen Schuhmodelle setzen auf einen steifen Vorderfussbereich für Klettersteig-Passagen, bleiben dabei aber leichter als vergleichbare Stiefel anderer Hersteller. Bei den Rucksäcken punktet die Marke mit einem reduzierten Eigengewicht des Tragesystems, was sich besonders bei mehrtägigen Unternehmungen mit vollem Gepäck bemerkbar macht. Für gemütliche Voralpen-Wanderungen auf markierten Wegen ist Mammut funktional nicht nötig – hier bieten andere Marken ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wie pflege ich meine Wanderausrüstung nach der Tour?
Schuhe: groben Schmutz mit lauwarmem Wasser und Bürste entfernen, nie auf der Heizung trocknen, da der Klebstoff der Sohle ab ca. 50°C spröde wird – stattdessen mit Zeitungspapier ausstopfen und bei Raumtemperatur trocknen lassen. Membran-Jacken bei 30°C mit Flüssigwaschmittel im Schonwaschgang waschen und nach dem Trocknen kurz bei niedriger Hitze in den Tumbler geben, da die Wärme die DWR-Imprägnierung reaktiviert. Rucksäcke nur von Hand mit Schwamm reinigen, nie in die Waschmaschine geben, da sich das Tragesystem sonst verzieht.
Gibt es nachhaltige Wanderausrüstung bei Manor?
VAUDE produziert einen Grossteil der Kollektion nach dem Green Shape Label mit klimaneutraler Produktion, fairen Arbeitsbedingungen und umweltfreundlichen Materialien. Mammut setzt bei ausgewählten Linien auf bluesign-zertifizierte Stoffe und PFC-freie DWR-Imprägnierungen. Konkret lohnt sich der Blick auf recyceltes Polyester (GRS-zertifiziert) bei Fleece-Midlayern sowie OEKO-TEX Standard 100 bei hautnah getragenen Baselayern – diese Zertifikate stehen im jeweiligen Produktdatenblatt.