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Schwingbesen – das unterschätzte Werkzeug in jeder Schweizer Küche
Ein Schwingbesen liegt neben der Schüssel, die Drähte noch feucht, die Sauce Hollandaise gerade seidig geworden. Genau in diesem Moment zeigt sich, ob der Besen zur Aufgabe passt oder ob man seit Monaten mit dem falschen Modell kämpft. Denn zwischen einem Besen, der Luft perfekt einschlägt, und einem, der bei jeder Roux mühsam über den Topfboden kratzt, liegen oft nur zwei Zentimeter Kopfform und vier Drähte Unterschied. Worauf es wirklich ankommt, klären wir hier.
Worauf es beim Kauf ankommt: Material, Masse und das richtige Drahtbild
Drahtanzahl und Drahtform entscheiden über den Einsatzzweck
Das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist nicht die Marke oder der Preis, sondern die Kombination aus Drahtanzahl und Kopfform. Ein Besen mit 8 bis 10 Drähten schlägt pro Bewegung deutlich mehr Luft ein als einer mit nur 6 Drähten — für Eischnee und Schlagrahm macht das den Unterschied zwischen steif und schlapp. Weniger Drähte sind dafür stabiler und biegen sich nicht zurück, wenn Sie schwere Massen wie Brandteig oder eine dicke Roux bearbeiten.
Die bauchige Ballonform erzeugt maximales Volumen, die schlanke französische Form dagegen erreicht jeden Winkel einer Stielkasserolle. Wer nur einen einzigen Besen kaufen will, greift zu einer mittleren Ballonform mit mindestens 8 Drähten, einer Kopflänge von 15–18 cm und einer Drahtstärke um 1,0–1,2 mm. Wir bei Manor empfehlen diese Kombination als Allrounder, weil sie den Alltag zwischen Pfannkuchenteig und aufgeschlagenem Rahm zuverlässig abdeckt. Ab 20 cm Kopflänge wird es eher ein Gastro-Werkzeug, unter 12 cm taugt der Besen nur noch für kleine Mengen im Messbecher.
- Griffmaterial und Ergonomie: Ein Edelstahlgriff ist hygienisch und spülmaschinenfest, kann aber bei feuchten Händen rutschig werden. Kunststoff- oder Silikongriffe liegen griffiger in der Hand und isolieren Wärme, halten jedoch selten Temperaturen über 200 °C aus. Achten Sie auf die Gewichtsbalance zwischen Griff und Kopf — ein kopflastiger Besen ermüdet das Handgelenk beim längeren Aufschlagen spürbar.
- Gesamtlänge: 25–30 cm reichen für den Hausgebrauch in Standard-Rührschüsseln. Für tiefe Töpfe und grössere Mengen sind 30–35 cm sinnvoll. Zu kurz gewählt, und Ihre Hand taucht in die Masse. Zu lang, und Sie verlieren die Kontrolle bei kleinen Mengen in der Tasse.
- Materialqualität: Edelstahl 18/10 ist der Standard bei hochwertigen Modellen — rostfrei, geschmacksneutral und langlebig über Jahre. Verchromter Stahldraht kostet weniger, kann aber nach häufigen Spülmaschinengängen korrodieren. Wer langfristig denkt, investiert in 18/10 von Marken wie WMF oder Kuhn Rikon.
- Spülmaschineneignung: Vollständig verschweisste Modelle sind spülmaschinenfest. Bei Modellen mit Hohlgriff kann Wasser eindringen und im Inneren zu Korrosion oder sogar Schimmelbildung führen — hier verlängert Handwäsche die Lebensdauer erheblich.
Welche Form passt zu welchem Einsatz?
- Ballon-Schwingbesen: Die bauchige, runde Kopfform mit weit auseinanderstehenden Drähten schlägt pro Bewegung das meiste Luftvolumen ein. Ideal für Eischnee, Schlagrahm und Soufflé-Massen. Braucht allerdings eine breite Schüssel — in schmalen Töpfen stösst der Kopf ständig an.
- Französischer Schwingbesen (schlanke Form): Der längliche, schmale Kopf mit eng geführten Drähten liegt vollflächig auf dem Boden einer Stielkasserolle auf. Verhindert Ansatz bei Mehlschwitzen, Crèmes und Reduktionen zuverlässig. Weniger Lufteinschlag als die Ballonform, dafür unschlagbar beim Kochen von Saucen.
- Flacher Schwingbesen (Roux-Besen): Nahezu zweidimensionaler Kopf mit wenigen, flach angeordneten Drähten. Liegt plan auf dem Pfannenboden auf, erreicht Ecken und Ränder — konzipiert für Bratensaucen direkt in der Pfanne und Béchamel. Kein Volumenaufschlag möglich, rein zum Rühren und Lösen von Fond gedacht.
- Mini-Schwingbesen: Unter 20 cm Gesamtlänge, meist 4–6 dünne Drähte. Perfekt für Dressings, Matcha, aufgelöste Gelatine und kleine Mengen im Messbecher. Kein Ersatz für einen Standardbesen — eher eine Ergänzung neben den übrigen Küchenutensilien.
Gut zu wissen vor dem Kauf
Ein Schwingbesen mit Silikonummantelung schont beschichtete Pfannen und Töpfe, schlägt aber deutlich weniger Luft ein als ein offener Drahtbesen — für Eischnee oder Rahm ist er keine gleichwertige Alternative. Wer regelmässig in beschichteten Gefässen rührt und gleichzeitig klassisch aufschlagen will, braucht schlicht zwei Besen. Marken wie Zwilling, Zyliss oder Le Creuset bieten in unserem Sortiment beide Varianten an. Für eine individuelle Empfehlung zum passenden Küchenhelfer stehen Ihnen unsere Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung.
Häufige Fragen
Welche Grösse sollte ein Schwingbesen für den normalen Haushalt haben?
Wählen Sie einen Besen mit 25–30 cm Gesamtlänge und etwa 15–17 cm Kopflänge — der passt in Standard-Rührschüsseln mit 20–26 cm Durchmesser und in mittelgrosse Töpfe. Prüfen Sie vor dem Kauf: Der Kopf sollte bequem in Ihre meistgenutzte Schüssel passen, ohne am Rand anzustossen. Wer oft in tiefen Töpfen arbeitet, greift besser zu 30–35 cm.
Edelstahl oder Silikon — welches Material ist besser?
Edelstahl 18/10 ist geschmacksneutral, hitzebeständig bis weit über 250 °C und nahezu unverwüstlich — hinterlässt aber feine Kratzer auf beschichteten Oberflächen wie Teflon oder Keramik. Silikonummantelte Drähte schonen jede Beschichtung, halten in der Regel aber nur 200–220 °C aus und fühlen sich beim Schlagen träger an, weil die dickere Ummantelung das Federn der Drähte dämpft. Unserer Erfahrung nach lohnt sich für die meisten Küchen ein Edelstahl-Modell als Hauptbesen — und ein silikonummanteltes als Ergänzung für beschichtete Pfannen und Töpfe.
Welcher Schwingbesen eignet sich am besten für Saucen?
Die schlanke, französische Form ist hier die sinnvollste Wahl. Achten Sie auf 6 bis 8 eng geführte Drähte, die genügend Widerstand bieten, um Mehlklümpchen aktiv aufzulösen, statt sie nur durch die Flüssigkeit zu schieben. Ideal ist eine Kopflänge, die mindestens zwei Drittel der Topftiefe abdeckt, damit Sie auch am Bodenrand sauber arbeiten. Wir bei Manor führen von Marken wie WMF und Rösle hochwertige schlanke Modelle aus Edelstahl 18/10 mit ergonomischem Griff, die genau für diesen Einsatz konzipiert sind.
Wie reinige ich einen Schwingbesen richtig?
Direkt nach dem Gebrauch unter warmem Wasser ausspülen und Teigreste zwischen den Drähten mit einer Spülbürste lösen — angetrockneter Teig lässt sich später kaum entfernen, ohne die Drähte zu verbiegen. Vollverschweisste Edelstahl-Modelle dürfen ins untere Fach der Spülmaschine, Drähte nach unten. Modelle mit Hohlgriff oder Kunststoffverbindung waschen Sie besser von Hand bei maximal 50 °C mit mildem Spülmittel, da eindringendes Wasser im Griff langfristig zu Korrosion führen kann.