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Weissweingläser – das richtige Glas für jeden Tropfen finden
Ein beschlagenes Glas steht auf dem Balkontisch, der Chasselas duftet nach Zitrusblüte und reifem Kernobst – aber nur, weil der schlanke Kelch die Aromen bündelt, statt sie in der warmen Abendluft sofort verfliegen zu lassen. Genau hier beginnt der Unterschied zwischen einem beliebigen Trinkglas und einem Weissweinglas, das seinen Inhalt tatsächlich zur Geltung bringt. Glasform, Material und selbst die Stärke des Mundrands beeinflussen, wie ein Weisswein auf der Zunge ankommt – und ob Sie die feinen Nuancen zwischen einem Lausanner Chasselas und einem kräftigen Chardonnay überhaupt wahrnehmen. Wir bei Manor haben unser Gläser-Sortiment so zusammengestellt, dass Sie vom robusten Alltagsglas bis zum rebsortenspezifischen Spezialglas die passende Wahl treffen können.
Worauf es bei der Glaswahl wirklich ankommt
Kelchform und Öffnungsdurchmesser: Warum Millimeter den Geschmack verändern
Weissweingläser haben aus gutem Grund einen schlankeren, nach oben leicht verjüngten Kelch als ihre bauchigen Pendants für Rotwein. Die engere Öffnung konzentriert florale und fruchtige Aromen direkt über der Weinoberfläche und hält gleichzeitig die kühle Serviertemperatur länger stabil – bei einem empfindlichen Sauvignon Blanc kann das den Unterschied zwischen «frisch» und «lauwarm-flach» ausmachen. Innerhalb der Weissweingläser gibt es zwei Grundformen: Die Tulpenform mit gleichmässig verjüngtem Kelch funktioniert als Universallösung für die meisten Rebsorten. Wer regelmässig körperreiche, holzgereifte Weissweine einschenkt, greift besser zu einem leicht bauchigeren Kelch, der dem Wein mehr Luftkontakt und damit Aromaentfaltung erlaubt.
Als Faustregel für die Kelchgrösse: Leichte, frische Weissweine entfalten sich in einem Glas mit 300–380 ml Fassungsvermögen am besten, während kräftige, holzgereifte Varianten einen Kelch mit 400–500 ml verdienen, damit die komplexeren Aromen im grösseren Luftraum Platz finden. Anders als bei Rotweingläsern bleibt die Öffnung aber immer schmaler – das ist kein Zufall, sondern Physik.
Was Kristallglas dem Kalk-Natron-Glas voraushat
- Kristallglas (oft als «Crystal» deklariert): höherer Lichtbrechungsindex, dünnere Wandstärke möglich, feinerer Mundrand. Dafür empfindlicher bei mechanischer Belastung. Wer Wert auf sensorischen Genuss legt, merkt den Unterschied vor allem am Mundrand: Unter 1 mm Stärke fliesst der Wein direkter auf die Zunge, feine Aromen treten deutlicher hervor.
- Kalk-Natron-Glas ist robuster, günstiger und in der Regel uneingeschränkt spülmaschinenfest. Optisch weniger brillant, Mundrandstärke meist ab 1,5 mm. Für den täglichen Gebrauch mit unkomplizierten Weinen eine pragmatische Wahl.
- Bleifreies Kristallglas (z.B. Tritan-Technologie) kombiniert die Brillanz von Kristall mit deutlich höherer Bruchfestigkeit. Heute Standard im gehobenen Segment und für die meisten Haushalte der beste Kompromiss zwischen Eleganz und Alltagstauglichkeit.
Stiel und Standfestigkeit verdienen mehr Aufmerksamkeit als gedacht
- Langer, dünner Stiel: verhindert, dass die Handwärme den Wein aufheizt. Bei einer idealen Serviertemperatur von 8–12 °C besonders relevant. Das Glas bleibt kühl, der Wein behält seine Frische.
- Stiellose Tumbler-Form: modern und kippsicher, aber die Handwärme erhöht die Weintemperatur um etwa 1–2 °C pro Minute direkten Kontakts. Für einen spontanen Apéro auf der Terrasse kein Problem, für einen gereiften Weissburgunder eher nachteilig.
- Gewichtsbalance: Kelch und Fuss sollten im Verhältnis zueinander stehen. Ein zu leichter Fuss bei grossem Kelch erhöht die Kippgefahr, gerade auf einem gedeckten Tisch mit Tellern und Besteck ein unterschätztes Ärgernis.
Ein Alltagskriterium, das oft erst nach dem Kauf auffällt: Spülmaschineneignung. Viele Kristallgläser sind heute bis 60 °C spülmaschinenfest, aber die Herstellerangabe sollte man tatsächlich prüfen. Handwäsche verlängert die Lebensdauer dünnwandiger Gläser erheblich – wer in ein hochwertiges Set investiert, sollte die drei Minuten Handarbeit einplanen.
Welches Glas passt zu welchem Wein?
Nicht jeder Weisswein braucht dasselbe Glas. Die Kelchgrösse sollte zur Intensität des Weins passen – hier die wichtigsten Typen im Überblick:
- Universalglas (Tulpenkelch). Mittelgrosser Kelch mit ca. 350 ml Fassungsvermögen und leicht verjüngter Öffnung. Deckt rund 80 % aller Weissweine ab und ist der ideale Einstieg für Haushalte, die kein Spezialglas-Arsenal aufbauen wollen. Passt zu Chasselas, Sauvignon Blanc, Grüner Veltliner und den meisten Schweizer Weissweinen.
- Chardonnay-Glas. Bauchigerer Kelch mit 400–500 ml und breiterer Öffnung, die holzgereiften, vollmundigen Weissweinen bewusst mehr Sauerstoffkontakt gibt. Wer regelmässig Chardonnay Barrique oder Viognier trinkt, schmeckt hier den Unterschied zum Universalglas.
- Riesling-Glas. Schlank, hoch, mit enger Öffnung. Lenkt den Wein gezielt auf die Zungenspitze und betont so die für Riesling typische Frucht-Säure-Balance. Funktioniert auch hervorragend für Müller-Thurgau und Gewürztraminer.
- Sektglas (Flûte). Sehr schmal und hoch, hält die Kohlensäure länger im Glas. Für Prosecco und Champagner gedacht, für stille Weissweine zu eng. Wer Sektgläser sucht, findet bei Manor eine separate Auswahl.
- Stiellose Gläser (Tumbler). Kein Stiel, niedriger Schwerpunkt, kippsicher. Für unkomplizierte Sommerweine und Outdoor-Anlässe eine entspannte Wahl, mit dem Kompromiss, dass die Handwärme den Wein schneller aufwärmt.
Wer unsicher ist, startet am besten mit einem Universalglas-Set und ergänzt später ein rebsortenspezifisches Glas für den persönlichen Lieblingswein. Wir bei Manor beraten Sie dazu gerne in der Filiale.
Bewährte Marken im Manor-Sortiment
Gehobenes Segment: Wenn Brillanz und Weingenuss zusammengehören
Riedel gilt als österreichischer Spezialist für rebsortenspezifische Gläser, deren Kelchformen auf Basis sensorischer Forschung entwickelt wurden – Preisbereich etwa CHF 25–50 pro Glas. Zwiesel Glas (ehemals Schott Zwiesel) setzt auf bleifreies Kristallglas mit patentierter Tritan-Technologie und bietet damit eine überzeugende Kombination aus Eleganz und Bruchfestigkeit im Bereich von ca. CHF 15–35 pro Glas. Auch Villeroy & Boch führt im gehobenen Segment Weissweingläser, die klassisches Design mit moderner Glasqualität verbinden.
Alltagstauglich und solide: Gläser, die den Familientisch überleben
Spiegelau (gehört zur Riedel-Gruppe) liefert ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis: spülmaschinenfest, klares Design, keine Schnörkel – ca. CHF 10–20 pro Glas. Leonardo bietet ein breites Sortiment von Basic bis gehobener Linie, robust und oft im Set erhältlich, ab ca. CHF 6–15 pro Glas. Unserer Erfahrung nach sind Gläser-Sets preislich fast immer attraktiver als der Einzelkauf – gerade wenn man einen kompletten Haushalt ausstattet oder Ersatz für die unvermeidlichen Bruchopfer braucht.
Gut zu wissen: Worauf Weissweingläser empfindlich reagieren
Dünnwandige Kristallgläser vertragen keine Temperaturschocks: Ein eiskaltes Glas direkt mit warmem Wasser abspülen kann zu Mikrorissen führen, die das Glas langfristig trüben oder irgendwann brechen lassen. In der Spülmaschine gilt: Gläser nie aneinanderstossen lassen, Glashalterungen nutzen und maximal 55–60 °C wählen. Wer in hochwertige Gläser investiert hat, sollte zum Polieren ein weiches Mikrofasertuch verwenden – klassische Geschirrtücher hinterlassen Fasern und Schlieren, die gerade bei Kristallglas sofort auffallen. Für individuelle Beratung zur Glaswahl passend zu Ihrem bevorzugten Weinstil stehen Ihnen die Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung. Passendes Weinzubehör und Dekanter finden Sie ebenfalls in unserem Sortiment.
Häufige Fragen zu Weissweingläsern
Wie gross sollte ein Weissweinglas sein?
Entscheidender als das Gesamtvolumen ist die Füllhöhe: Schenken Sie ein Weissweinglas nur zu einem Drittel voll, damit die Aromen im oberen Kelchraum zirkulieren können. Bei einem 350-ml-Glas sind das etwa 120 ml pro Portion. Zum Vergleich: Ein Rotweinglas mit 500–700 ml wird ebenfalls nur zu einem Drittel gefüllt, bietet dem Wein aber deutlich mehr Belüftungsfläche. Wer regelmässig kräftige Weissweine trinkt, profitiert von einem zweiten Set mit grösserem Kelch.
Kristallglas oder normales Glas – schmeckt man den Unterschied?
Am besten selbst testen: Denselben Wein parallel in ein dünnwandiges Kristallglas und ein dickwandiges Standardglas einschenken. Der Unterschied liegt weniger im Geschmack des Glases als im Mundgefühl und in der Optik. Kristallglas klingt beim Anstossen heller und länger nach, wiegt bei gleicher Grösse oft 20–30 % weniger und bricht das Licht sichtbar brillanter. Für den Alltagsgebrauch mit unkomplizierten Weinen ist der Unterschied gering, bei aromatisch komplexen Weinen aber spürbar.
Welche Gläser eignen sich für den Alltag mit Kindern im Haushalt?
Zwiesel Glas mit Tritan-Technologie ist bis zu viermal bruchfester als herkömmliches Kristallglas – im Familienalltag ein relevanter Vorteil. Alternativ bieten stiellose Tumbler von Leonardo durch ihren niedrigen Schwerpunkt deutlich mehr Kippsicherheit auf dem Esstisch. Der Kompromiss: Etwas weniger Eleganz, dafür Gläser, die den Alltag tatsächlich überleben.
Wie pflege ich hochwertige Gläser richtig?
Handwäsche mit lauwarmem Wasser (ca. 30–35 °C) und einem Tropfen mildem, parfümfreiem Spülmittel bleibt der Goldstandard. Gegen hartnäckige Kalkflecken hilft ein Bad in Essigwasser (Verhältnis 1:3) für etwa zehn Minuten. Beim Verstauen im Schrank mindestens zwei Fingerbreit Abstand zwischen den Gläsern lassen, damit Kelche beim Herausnehmen nicht aneinanderschlagen. Der Mundrand ist die empfindlichste Stelle – deshalb Gläser nie kopfüber auf hartem Untergrund abstellen.
Gibt es nachhaltig produzierte Weissweingläser?
Zwiesel Glas produziert am Standort Deutschland mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem (ISO 14001) und nutzt einen hohen Anteil recyceltes Altglas in der Schmelze. Bleifreies Kristallglas ist grundsätzlich die nachhaltigere Wahl gegenüber traditionellem Bleikristall, da keine Schwermetalle in Produktion oder Entsorgung gelangen. Der grösste Nachhaltigkeitsfaktor bleibt aber die Langlebigkeit: Ein bruchfestes Glas, das zehn Jahre hält, schlägt jedes günstige Glas, das jährlich ersetzt werden muss.