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Rotweingläser – so finden Sie das richtige Glas für Ihren Lieblingswein
Vor ein paar Jahren kam der Rotwein aus dem Universalglas auf den Tisch – ein Glas für alles, fertig. Heute stehen in vielen Schweizer Haushalten ein bauchiges Burgunderglas und ein schlankeres Bordeauxglas nebeneinander, und schon beim ersten Schwenken riecht derselbe Pinot Noir aus dem einen Kelch völlig anders als aus dem anderen. Der Grund ist keine Einbildung, sondern Physik: Kelchform, Öffnungswinkel und Glasstärke bestimmen, wie viel Sauerstoff an den Wein gelangt und wohin er auf der Zunge trifft.
Worauf es bei der Wahl wirklich ankommt
Warum die Kelchform den Geschmack stärker beeinflusst als der Preis
Der Kelch eines Rotweinglases ist kein Dekoelement – er steuert die Belüftungsfläche und damit die Aromaentfaltung. Burgundergläser fassen typisch 700–950 ml Gesamtvolumen, wobei die tatsächliche Füllung bei nur 150–200 ml liegt. Der Rest ist Aromaraum, in dem sich flüchtige Duftstoffe sammeln, bevor sie zur Nase aufsteigen. Bordeauxgläser bewegen sich bei 600–750 ml, Universalgläser bei 450–550 ml. Grösser ist dabei nicht automatisch besser: Ein leichter Gamay verliert sich in einem übergrossen Kelch, während ein kräftiger Barolo im zu kleinen Glas regelrecht zugeschnürt wirkt. Die Mundrandöffnung entscheidet zusätzlich, ob der Wein eher auf die Zungenspitze oder die Zungenränder trifft – und das verändert die Wahrnehmung von Säure und Tannin messbar.
Material und Verarbeitung – was der Mundrand über die Qualität verrät
- Bleifreies Kristallglas ist heute Standard bei hochwertigen Gläsern: brillanter Glanz, dünnwandig ziehbar und leichter als klassisches Bleikristall. Ein feiner Trinkrand unter 1 mm verbessert die Sensorik spürbar – Sie schmecken buchstäblich mehr Wein und weniger Glas.
- Mundgeblasen vs. maschinengezogen: Mundgeblasene Gläser wiegen oft unter 120 g, fühlen sich fast schwebend leicht an, sind aber empfindlicher. Maschinengezogene Stiele sind gleichmässiger, robuster und deutlich günstiger – für den Alltag die pragmatischere Wahl.
- Kalk-Natron-Glas: Die günstigste Variante. Dicker, weniger brillant, dafür nahezu unverwüstlich in der Spülmaschine. Wer regelmässig grössere Runden bewirtet, spart sich damit den Nervenkitzel beim Abräumen.
Wir bei Manor empfehlen, beim Glasmaterial den eigenen Alltag ehrlich einzuschätzen: Wer dreimal pro Woche ein Glas Rotwein trinkt und morgens keine Lust auf Handwäsche hat, ist mit bruchresistentem Tritan-Kristallglas langfristig zufriedener als mit dem filigransten mundgeblasenen Kelch.
Spülmaschinenfestigkeit – die unterschätzte Kaufentscheidung
- Viele moderne Kristallgläser vertragen Spülmaschinenzyklen bis 60 °C – aber prüfen Sie immer die Herstellerangabe auf der Verpackung.
- Mundgeblasene Premiumgläser grundsätzlich nur per Handwäsche reinigen. Alkalische Reinigertabs sind der häufigste Grund für schleichende Glastrübung – wer auf Nummer sicher gehen will, wählt ein pH-neutrales Spülmittel.
- Tritan-Kristallglas (etwa von Zwilling oder Schott Zwiesel) ist durch spezielle Härtung deutlich bruchresistenter als herkömmliches Kristallglas – ein echtes Argument für Haushalte mit Kindern oder Steinböden in der Küche.
Stielgläser verhindern, dass die Handwärme den Wein aufheizt – bei einer idealen Serviertemperatur von 16–18 °C ein relevanter Faktor. Stiellose Varianten sind kompakter, kippsicherer und auf der Terrasse oder beim Grillabend praktisch. Aber seien wir ehrlich: Pro Minute direktem Handkontakt steigt die Weintemperatur um etwa 1–2 °C. Für den bewussten Genuss eines gereiften Burgunders ist das ein Kompromiss, den wir bei Manor nicht unerwähnt lassen wollen.
Welches Glas passt zu welchem Wein?
Die Glasform folgt dem Weincharakter – nicht umgekehrt.
- Burgunderglas: Der grösste Kelchdurchmesser aller Rotweinglastypen, oft 10–11 cm, stark bauchig mit verengter Öffnung. Diese Form fängt die flüchtigen Aromen leichterer, fruchtiger Weine ein und leitet sie gezielt zur Nase. Ideal für Pinot Noir, Barolo und Gamay – Weine, bei denen die Nase mindestens so viel Genuss liefert wie der Gaumen.
- Bordeauxglas: Hoher, leicht tulpenförmiger Kelch mit grösserer Öffnung. Lässt tanninreiche Weine stärker atmen und lenkt den Wein auf die hinteren Zungenpartien, was Gerbstoffe weicher wirken lässt. Die erste Wahl für Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Wer dazu einen Dekanter nutzt, gibt dem Wein schon vor dem Einschenken den nötigen Sauerstoff.
- Universalglas: Mittelgrosser Kelch um 450–550 ml, ein Kompromiss zwischen Burgunder- und Bordeauxform. Funktioniert für die meisten Alltagsweine solide, ohne einen Typ zu bevorzugen. Sinnvoll als Einstieg oder wenn im Schrank schlicht kein Platz für drei verschiedene Glastypen ist.
- Stielloses Glas: Kein Stiel, tiefer Schwerpunkt – kippsicher, platzsparend und spülmaschinenfreundlich. Die unkomplizierte Option für den Balkonabend oder grössere Runden. Der Trade-off: Bei empfindlichen Weinen verändert die Handwärme die Aromatik schneller, als man den zweiten Schluck nimmt.
Marken für Rotweingläser bei Manor
Riedel – Der österreichische Spezialist hat die sortenreine Glasentwicklung praktisch erfunden. Mundgeblasene Serien bewegen sich im Premiumsegment ab etwa CHF 40–80 pro Glas, maschinengefertigte Linien bieten solide Mittelklasse um CHF 15–30. Für Weinliebhaber, die pro Rebsorte das passende Glas im Schrank haben wollen, führt an Riedel kaum ein Weg vorbei.
Schott Zwiesel – Die deutsche Traditionsmarke setzt auf patentiertes Tritan-Kristallglas: hohe Bruchresistenz, Spülmaschinenfestigkeit und trotzdem ein eleganter Trinkrand. Im Preissegment zwischen CHF 10–25 pro Glas verbindet Schott Zwiesel Alltagstauglichkeit mit einer Optik, die auch beim Abendessen mit Gästen überzeugt.
Luigi Bormioli – Italienischer Hersteller mit Fokus auf maschinengezogene Kristallgläser im Einstiegssegment (ca. CHF 8–18 pro Glas). Die SON.hyx-Technologie verstärkt gezielt die Bruchzonen am Stiel. Unserer Erfahrung nach die beste Wahl, wenn Sie grössere Gläser-Sets für regelmässige Einladungen brauchen.
Wir bei Manor setzen auf Marken mit bewährten Qualitätsstandards. Ergänzend finden Sie in unserem Gläser-Sortiment auch Modelle von Villeroy & Boch, Leonardo und WMF – vom eleganten Einzelglas bis zum alltagstauglichen Mehrerset. Wer das Sortiment abrunden möchte, findet bei uns auch passende Weissweingläser und weiteres Bar-Zubehör.
Gut zu wissen – worauf auch hochwertige Gläser nicht vorbereitet sind
Auch das beste Kristallglas ist kein Alleskönner. Wer regelmässig kräftige Rotweine trinkt, wird nach 30–50 Spülmaschinenzyklen eine leichte Trübung bemerken – selbst bei als spülmaschinenfest deklarierten Gläsern. Ursache ist Mikrokorrosion durch alkalische Reinigertabs, die sich schleichend in die Glasoberfläche frisst. Mundgeblasene Gläser unter 100 g sind zudem empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen: Nie direkt aus dem kalten Schrank mit heissem Wasser abspülen, sonst riskieren Sie Haarrisse. Wer unsicher ist, welche Glasform zum eigenen Weingeschmack passt, probiert den direkten Vergleich am besten in der Hand – ein Glas muss sich gut anfühlen, nicht nur gut aussehen. Für individuelle Beratung stehen Ihnen unsere Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung.
Häufige Fragen zu Rotweingläsern
Welche Grösse sollte ein Rotweinglas haben?
Wer hauptsächlich Alltagsweine trinkt, ist mit einem Universalglas um 500 ml Kelchvolumen bestens bedient. Erst ab Weinen über CHF 25–30 pro Flasche lohnt sich die Investition in sortenspezifische Gläser – vorher übersteigt der Glaspreis oft den Weinpreis, und der sensorische Unterschied fällt bei einfacheren Tropfen kaum ins Gewicht. Als Faustregel für die Füllhöhe: Giessen Sie den Wein nur bis zum breitesten Punkt des Kelchs ein – so bleibt genug Aromaraum über der Oberfläche.
Kristallglas oder normales Glas – was ist besser für Rotwein?
Für den Sonntagswein mit Gästen Kristallglas wählen – der dünnere Mundrand unter 1 mm verändert das Trinkerlebnis spürbar. Für den Mittwochabend auf dem Sofa reicht Kalk-Natron-Glas völlig: robuster, günstiger, kein schlechtes Gewissen beim Umkippen. Wer nur ein Set kaufen will, greift zu bleifreiem Kristallglas von Schott Zwiesel – spülmaschinenfest und trotzdem elegant genug für Besuch.
Welches Glas eignet sich für einen Cabernet Sauvignon?
Ein Bordeauxglas – aber nicht nur wegen der Kelchgrösse, sondern wegen der Mundrandgeometrie: Die leicht nach innen geneigte Öffnung lenkt den Wein auf die Zungenmitte, wo Tannine weniger adstringierend wahrgenommen werden. Die Riedel Vinum Cabernet/Merlot-Serie aus dem Manor-Sortiment ist ein solider Einstieg im mittleren Preissegment, der genau diese Geometrie konsequent umsetzt. Zusammen mit dem passenden Weinzubehör holen Sie so das Maximum aus kräftigen Bordeaux-Cuvées heraus.
Wie pflege ich hochwertige Gläser richtig?
Lagern Sie Rotweingläser immer aufrecht im Schrank – kopfüber stehend lastet das gesamte Gewicht auf dem empfindlichen Mundrand, und in geschlossenen Schränken sammelt sich im umgedrehten Kelch abgestandene Luft, die beim nächsten Einschenken den Weingeruch überlagert. Halten Sie das Glas beim Reinigen am Kelch, nie am Stiel drehen – die Bruchstelle Nummer eins ist der Stiel-Kelch-Übergang. Rotweinränder sofort nach dem Trinken mit lauwarmem Wasser ausspülen: Eingetrocknete Tannine greifen die Glasoberfläche an und hinterlassen dauerhafte Verfärbungen. Für streifenfreien Glanz nach dem Trocknen kurz mit einem fusselfreien Mikrofasertuch nachpolieren – kreisende Bewegungen im Kelchinneren, ohne Druck.
Sind die Gläser im Manor-Sortiment nachhaltig produziert?
Schott Zwiesel produziert vollständig bleifrei, und die Tritan-Härtung verlängert die Lebensdauer so deutlich, dass über zehn Jahre hinweg weniger Ersatzkäufe anfallen als bei herkömmlichem Kristallglas. Luigi Bormioli setzt in der Fertigung auf einen Anteil recyceltes Altglas und hat den Energieverbrauch pro Schmelzvorgang in den letzten Jahren durch modernisierte Öfen messbar gesenkt. Grundsätzlich gilt: Ein hochwertiges Glas, das ein Jahrzehnt hält, schlägt drei günstige Sets im selben Zeitraum – ökologisch wie wirtschaftlich.