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Skihelme & Skibrillen bei Manor
Vor fünf Jahren fuhr man in Adelboden noch mit der alten Brille vom Vater los – heute steht man mit In-Mold-Helm und magnetischer Wechselscheibe an der Gondel und fragt sich, wie man je ohne Belüftungssystem und beschlagfreie Sicht auskam. Wer Helm und Brille aufeinander abstimmt, gewinnt Sicherheit, Komfort und klare Sicht in einem Zug. Dieser Beitrag zeigt, worauf es bei der Auswahl der passenden Wintersport-Ausrüstung wirklich ankommt.
Worauf es beim Kauf von Skihelm und Skibrille ankommt
Skihelme müssen die Norm EN 1077 erfüllen – Klasse A (Vollschalenhelm, schützt auch Ohren und Schläfen) bietet höheren Schutz als Klasse B (Halbschalenhelm, leichter und besser belüftet, aber weniger Abdeckung). Für Pistenfahrer reicht Klasse B, für Freerider und schnelle Fahrer ist Klasse A empfehlenswert. Bei Skibrillen-Scheiben orientiert man sich an der VLT-Kategorie (Visible Light Transmission): S1 (43–80 % VLT) eignet sich für Nebel und Schneefall, S2 (18–43 %) für wechselhaftes Wetter, S3 (8–18 %) für sonnige Tage. Die meisten Allround-Fahrer in der Schweiz kommen mit einer S2- oder S2/S3-Wechselscheibe am weitesten.
Passform prüfen: So funktionieren Helm und Brille als System
Helm und Brille müssen als System funktionieren. Die Brille sitzt bündig unter der Helmkante – kein Spalt an der Stirn (sogenannter „Gaper Gap"), kein Drücken auf den Nasenrücken. Dazu misst man den Kopfumfang auf Stirnhöhe, etwa 2 cm über den Augenbrauen, denn Helmgrössen unterscheiden sich zwischen Herstellern um bis zu 2 cm bei gleicher Grössenangabe. Am zuverlässigsten probiert man Helm und Brille immer gemeinsam an – in den Manor-Filialen mit Sportabteilung ist das direkt vor Ort möglich.
Welche Belüftung verhindert Beschlag bei Kälte?
Doppelscheiben-Technologie bei Skibrillen erzeugt eine isolierende Luftschicht nach dem Prinzip einer Doppelverglasung und reduziert Beschlag um bis zu 80 % gegenüber Einzelscheiben. Bei Helmen sorgen regulierbare Ventilationsöffnungen (Slider-System) für Anpassung an Aufstieg oder Abfahrt bei –15 °C. Helm-Ventilation leitet dabei Feuchtigkeit ab, während die Brillen-Belüftung von unten ergänzt.
MIPS, In-Mold oder Hardshell – was bringt wirklich mehr Sicherheit?
MIPS (Multi-directional Impact Protection System) reduziert Rotationskräfte bei Schrägaufprall – der Aufpreis von ca. CHF 30–60 gegenüber Nicht-MIPS-Modellen lohnt sich für den messbaren Sicherheitsgewinn. In-Mold-Bauweise ist leichter (ca. 350–450 g) und kompakter, Hardshell-Konstruktionen sind robuster bei Mehrfachstössen, aber schwerer (ca. 500–650 g). Für Kinder und Gelegenheitsfahrer reicht In-Mold, für Freeride und Park empfiehlt sich Hardshell oder ein Hybrid-Modell.
Weitere Kriterien auf einen Blick
- Scheibentönung und Wechselsysteme: Magnetische Wechselscheiben erlauben Scheibentausch in Sekunden – ideal bei schnell wechselndem Schweizer Bergwetter. Photochrome Scheiben passen die VLT automatisch an, mit einer Reaktionszeit von ca. 20–40 Sekunden.
- Brillenträger-Kompatibilität (OTG): OTG-Modelle (Over The Glasses) bieten vertiefte Rahmen und breitere Belüftungskanäle, sodass die Korrekturbrille darunter ohne Druckstellen passt.
- Gewicht und Tragekomfort: Helm und Brille zusammen sollten idealerweise unter 800 g bleiben, damit auch 4–6 Stunden Fahrt ermüdungsfrei bleiben.
Helmtypen und Brillentypen im Überblick
Am sinnvollsten wählt man zuerst den passenden Helm und stimmt anschliessend die Brille darauf ab.
Halbschalenhelm (EN 1077 Klasse B): Für wen reicht der Standard?
Die freiliegende Ohrenpartie ermöglicht eine bessere Umgebungswahrnehmung und Belüftung, bietet aber weniger Schutz bei seitlichen Stürzen. Er ist der Standard für rund 80 % der Pistenfahrer, mit einem Gewicht von ca. 350–500 g, und lässt sich mit separaten Ohrpolstern oder Audioeinsätzen kombinieren.
Vollschalenhelm (EN 1077 Klasse A): Wann lohnt sich der Mehrschutz?
Die geschlossene Ohr- und Schläfenpartie mit integriertem Aufprallschutz schränkt das Gehör leicht ein, bietet aber deutlich mehr Schutz bei hohen Geschwindigkeiten über 50 km/h und im Gelände. Verbreitet bei Rennfahrern und Freeridern, liegt das Gewicht bei ca. 500–700 g.
Zylindrisch, sphärisch oder torisch – welche Scheibenform passt?
- Zylindrische Scheibe: Flach gebogene Scheibe, preisgünstiger Einstieg ab ca. CHF 40–80. Engeres Sichtfeld, leicht erhöhte Verzerrung am Rand – geeignet für Gelegenheitsfahrer und Kinder.
- Sphärische Scheibe: Horizontal und vertikal gewölbt, grösseres Sichtfeld und bessere Tiefenwahrnehmung. Preissegment ab ca. CHF 100–250, Standard für regelmässige Fahrer.
- Torische Scheibe: Kompromiss aus zylindrisch und sphärisch, schlankeres Profil, geringerer Luftwiderstand, ab ca. CHF 130–220.
- OTG-Modell: Vertiefter Rahmen für Korrekturbrillen, kein eigener Scheiben-Typ, sondern Rahmenvariante mit allen Scheibenformen kombinierbar.
Marken für Skihelme und Skibrillen bei Manor
Performance & Alpin: Wer setzt auf Aufprallschutz und Optik?
Uvex steht für Supravision-Antibeschlag-Technologie und ein breites Grössenspektrum, Helme ab ca. CHF 80–180. Der Fokus von POC liegt auf Aufprallschutz mit einem eigenen SPIN-System als MIPS-Alternative, Premiumsegment ab ca. CHF 150–300. Smith setzt auf ChromaPop-Scheibentechnologie für kontrastreiche Farbwahrnehmung und eine starke Helm-Brille-Integration, ab ca. CHF 120–280.
Wir bei Manor achten bei der Sortimentsauswahl im Performance-Segment bewusst darauf, dass Helm- und Brillenlinien einer Marke kompatibel bleiben – wer etwa zu Smith greift, profitiert davon, dass Helmschale und ChromaPop-Scheibe für dasselbe System entwickelt wurden. Das zahlt sich vor allem bei schnellen Pistenwechseln aus, wenn Zeit zum Anprobieren fehlt.
Allround & Einstieg: Welche Marke passt zu Familien und Gelegenheitsfahrern?
Salomon bietet eine grosse Modellbreite von Einsteiger bis Fortgeschrittene mit gutem Passformsystem, Helme ab ca. CHF 70–160. Atomic punktet mit solider Preis-Leistung für Familien und regelmässige Pistenfahrer, während Giro mit starken Passformsystemen und breiter OTG-Auswahl überzeugt.
Unserer Erfahrung nach lohnt sich für Einsteiger und Familien der Blick auf das mittlere Preissegment zwischen CHF 70 und 160 – hier sitzt die Passform meist bereits sehr gut, ohne dass man für Zusatzfunktionen bezahlt, die auf der blauen oder roten Piste kaum zum Einsatz kommen. In den Manor-Filialen mit Sportabteilung lassen sich Helm und Brille vor dem Kauf direkt als System testen.
Helm und Brille als System: Passform-Guide
Kopfumfang richtig messen
Massband auf Stirnhöhe, ca. 2 cm über den Augenbrauen, waagerecht um den Kopf legen. Typische Grössen: S = 52–55 cm, M = 55–58 cm, L = 58–61 cm, wobei Herstellerabweichungen bis zu 2 cm möglich sind. Im Zweifelsfall lohnt sich die grössere Grösse, da sich Helmpolster nach wenigen Tagen Nutzung leicht setzen.
Die Lückenlos-Probe
Helm aufsetzen, Brille anziehen, Kopf nach vorn neigen: Zwischen Helmkante und Brillenrahmen darf kein fingerbreiter Spalt entstehen. Die Brille darf nicht auf die Nase drücken, wenn der Helm sie von oben fixiert, und die seitlichen Bänder müssen flach unter der Helmschale liegen.
Kinder: Spezialhinweise
Kinderköpfe wachsen im Grundschulalter ca. 1 cm Umfang pro Jahr – nie „auf Zuwachs" kaufen, da ein zu grosser Helm bei einem Sturz verrutscht.
Modelle mit Drehrad-Anpassung wachsen ein bis zwei Saisons mit. Bei der Kinderbrille genügt meist ein kleinerer Rahmen mit weicherem Schaumstoff, das Gewicht sollte unter 400 g liegen.
Gut zu wissen: Lebensdauer und Grenzen von Skihelmen
Ein Skihelm schützt nicht unbegrenzt: EPS-Schaum ermüdet mit der Zeit, auch ohne sichtbaren Aufprall. Die Empfehlung der meisten Hersteller liegt bei einem Austausch nach 3–5 Jahren oder sofort nach einem Sturz – selbst wenn äusserlich keine Beschädigung sichtbar ist, kann die Dämpfungsstruktur im Inneren komprimiert sein.
UV-Strahlung und Temperaturschwankungen, etwa im Skikoffer im Sommer im Auto bei über 60 °C, beschleunigen die Materialermüdung zusätzlich. Bei Skibrillen verlieren Antibeschlag-Beschichtungen nach 80–120 Skitagen spürbar an Wirkung. Für individuelle Beratung zur Helmerneuerung und Kompatibilitätsprüfung stehen Ihnen unsere Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung.
Häufige Fragen zu Skihelmen und Skibrillen
Wie finde ich die richtige Helmgrösse, wenn ich online bestelle?
Beim Online-Kauf lohnt es sich, direkt zwei Grössen zu bestellen, wenn der gemessene Kopfumfang genau zwischen zwei Grössenangaben liegt – der Umtausch in der Filiale ist unkompliziert, während ein zu enger Helm im Alltag oft erst nach längerem Tragen als unangenehm auffällt. Praktisch: Die eigene Skibrille beim Anpassen gleich mitbestellen und zu Hause gemeinsam gegenprüfen, bevor die Etiketten entfernt werden. So lässt sich das System vor der ersten Abfahrt in Ruhe testen, statt erst an der Gondel festzustellen, dass ein Gaper Gap entsteht.
Welches Scheibenmaterial ist besser – Polycarbonat oder Plutonite?
Polycarbonat ist der Standard in rund 90 % aller Skibrillen – schlagfest, leicht, mit UV-Schutz bis 400 nm und moderatem Preis. Plutonite filtert zusätzlich blaues Licht und bietet höhere optische Klarheit, kostet aber CHF 80–150 mehr. Für die meisten Pistenfahrer reicht Polycarbonat völlig aus.
Welche Skibrille eignet sich für wechselhaftes Schweizer Bergwetter?
Bei typischem Föhnaufklaren oder Nebel mit anschliessendem Sonnenschein zahlt sich ein Wechselscheiben-System aus, wie es etwa Uvex oder Smith anbieten – der Scheibentausch dauert wenige Sekunden und deckt so den Sprung von S1 auf S3 an einem einzigen Skitag ab. Wer sich den Wechsel ersparen möchte, greift zu photochromen Scheiben, die sich automatisch anpassen, bei extremem Temperaturwechsel aber mit 30–60 Sekunden Verzögerung reagieren.
Wie pflege ich Skibrille und Helm nach einem Tag auf der Piste?
Die Brille mit der Scheibeninnenseite nach oben trocknen lassen – nie mit Handschuh oder Papier abreiben, das zerstört die Antibeschlag-Beschichtung.
Die Aussenseite nur mit dem mitgelieferten Mikrofasertuch und lauwarmem Wasser reinigen. Helm-Innenpolster nach schweisstreibenden Tagen herausnehmen und bei Raumtemperatur trocknen, nicht auf der Heizung, da sich EPS ab ca. 70 °C verformt.
Sind nachhaltigere Optionen bei Skihelmen und Skibrillen verfügbar?
Ja: POC setzt bei mehreren Modellreihen auf bio-basierte Schäume und recyceltes ABS, Smith verwendet für einzelne Rahmen Material auf Rizinusölbasis, und Uvex reduziert bei aktuellen Kollektionen den Einwegplastik-Anteil in der Verpackung.
Auch kurze Transportwege durch Produktion in Europa und der Einsatz von recyceltem Polycarbonat spielen eine Rolle. Nachhaltigkeit zeigt sich im Helmbereich zudem in der Langlebigkeit – ein Helm, der fünf Saisons hält, schlägt zwei billige Modelle.