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Wärmegeräte für Zuhause: Gezielt heizen, wo es zählt
Im September lief die Zentralheizung noch auf Sparflamme, das Arbeitszimmer im Altbau fühlte sich angenehm an. Zwei Monate später sieht die Sache anders aus: Die Heizkörper unter dem Fenster schaffen es nicht mehr gegen die schlecht isolierte Aussenwand, und die Finger werden beim Tippen steif. Ein mobiles Wärmegerät schliesst genau diese Lücke — es bringt Wärme dorthin, wo die Gebäudeheizung nicht mitkommt, ohne dass der ganze Haushalt auf 23 Grad hochgefahren werden muss. Welcher Gerätetyp zu welcher Situation passt und wo die Unterschiede bei Leistung, Lautstärke und Sicherheit liegen, klären wir hier.
Fünf Typen von Wärmegeräten im Vergleich
Die Wahl hängt weniger vom Budget ab als von einer einzigen Frage: Brauchen Sie schnelle Wärme für kurze Momente oder gleichmässige Wärme über Stunden?
Wann sich ein Konvektor lohnt
Ein Konvektor zieht kalte Luft am Boden ein, erwärmt sie an einem Heizelement und lässt sie ohne Gebläse nach oben steigen. Das Ergebnis ist eine gleichmässige, zugfreie Raumwärme — allerdings mit Geduld: In einem 20-m²-Zimmer dauert es 15 bis 25 Minuten, bis die Temperatur spürbar steigt. Dafür arbeitet das Gerät komplett geräuschlos. Wer abends im Wohnzimmer liest oder im Homeoffice konzentriert arbeiten will, schätzt genau das. Typische Leistung: 1000 bis 2500 Watt.
Heizlüfter: der Sprinter unter den Wärmegeräten
Kein anderer Typ heizt schneller: Ein Gebläse drückt Luft über ein Keramik- oder Draht-Heizelement, und nach zwei bis fünf Minuten ist der Unterschied spürbar. Der Preis dafür ist Lautstärke — 40 bis 55 Dezibel, vergleichbar mit einem leisen Gespräch — und ein höherer Stromverbrauch bei Dauerbetrieb. Ausserdem trocknet ein Heizlüfter die Raumluft stärker aus als strahlungsbasierte Geräte. Wer empfindliche Schleimhäute hat, kombiniert ihn am besten mit einem Luftbefeuchter. Für kurze Einsätze — das kalte Bad am Morgen, die Garage vor dem Reifenwechsel — bleibt er unschlagbar praktisch.
Warum der Ölradiator beim Dauerbetrieb punktet
Thermalöl in einem geschlossenen Kreislauf wird elektrisch erhitzt und gibt die Wärme über grosse Metalrippen per Strahlung und Konvektion ab. Der entscheidende Vorteil: Nach dem Ausschalten heizt ein Ölradiator bis zu 30 Minuten nach — das spart Strom bei mehrstündigem Betrieb, weil das Gerät nicht durchgehend unter Volllast läuft. Geräuschlos ist er obendrein. Der Nachteil steht auf der Waage: 8 bis 15 Kilogramm bringt ein typisches Modell mit, Rollen am Sockel sind deshalb kein Luxus, sondern Pflicht.
Die letzten beiden Typen arbeiten grundlegend anders — sie heizen nicht den Raum als Ganzes, sondern liefern punktuelle Wärme für spezifische Situationen.
Infrarot-Heizstrahler für sofortige Wärme ohne Vorlaufzeit
Infrarotstrahler erwärmen nicht die Luft, sondern direkt Körper und Oberflächen. Das bedeutet: Die Wärme ist sofort spürbar, ohne jede Vorlaufzeit. Gleichzeitig steigt die Raumtemperatur kaum — perfekt für halboffene Räume, wo aufgeheizte Luft ohnehin sofort entweichen würde. Der Wirkungsradius ist allerdings auf zwei bis drei Meter begrenzt. Am Wickeltisch, im Badezimmer oder auf der überdachten Terrasse spielt dieser Typ seine Stärke aus.
Wann ein Badezimmer-Schnellheizer die bessere Wahl ist
Im Grunde ein wandmontierter Heizlüfter mit einem entscheidenden Zusatz: Spritzwasserschutz nach IP21 (Tropfwasser) oder besser IP24 (Spritzwasser aus allen Richtungen). Konzipiert für kurze, intensive Heizphasen von 10 bis 20 Minuten vor dem Duschen. Für Dauerheizung ist er nicht gedacht — und auch nicht effizient. Viele Modelle bieten zusätzlich eine Handtuchhalter-Funktion, was im kleinen Schweizer Bad doppelten Nutzen auf minimalem Raum schafft.
Worauf beim Kauf achten?
Heizleistung und Raumgrösse richtig bemessen
Die wichtigste Faustregel: Rechnen Sie mit etwa 100 Watt pro Quadratmeter in ungedämmten Altbauten und 60 bis 80 Watt in gut isolierten Neubauten. Ein 20-m²-Arbeitszimmer in einem Berner Altbau braucht also ein Gerät mit mindestens 2000 Watt. Wer zu knapp dimensioniert, zwingt das Gerät in den Dauerbetrieb auf Höchststufe — das kostet mehr Strom und verkürzt die Lebensdauer. Überdimensionierung ist allerdings genauso ineffizient, weil das Gerät ständig ein- und ausschaltet.
Ein integrierter Thermostat löst dieses Dilemma: Er regelt die Leistung automatisch herunter, sobald die Zieltemperatur erreicht ist. Wir bei Manor empfehlen im Zweifel die nächsthöhere Leistungsstufe — und das Herunterregeln per Thermostat.
Was das im Alltag kostet, lässt sich leicht überschlagen: Ein 2000-Watt-Gerät, das vier Stunden täglich läuft, verbraucht rund 8 kWh pro Tag. Beim Schweizer Durchschnittsstrompreis von etwa 27 Rappen pro Kilowattstunde (Stand 2024) sind das ca. CHF 2.15 pro Tag oder rund CHF 65 im Monat. Wer das Gerät per Thermostat steuert statt durchlaufen lässt, senkt diese Kosten spürbar.
Sicherheitsmerkmale, die nicht verhandelbar sind
Drei Funktionen sollte jedes Gerät mitbringen: Überhitzungsschutz (automatische Abschaltung bei einer Geräte-Innentemperatur von 85 bis 95 °C), Kippschutz (Abschaltung bei mehr als 45 Grad Neigung) und das GS-Prüfzeichen als Mindeststandard. In Haushalten mit Kindern oder Haustieren kommt ein viertes Kriterium dazu: ein kühles Gehäuse. Ölradiatoren bieten das konstruktionsbedingt — die Oberflächentemperatur bleibt deutlich unter der eines freiliegenden Heizgitters. Für den Einsatz im Bad gilt: Ohne IP-Schutzklasse kein Betrieb in der Nähe von Wasserquellen. IP21 reicht für Tropfwasser, IP24 schützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen.
Geräuschpegel: im Schlafzimmer entscheidend
Heizlüfter erzeugen 40 bis 55 Dezibel, Konvektoren und Ölradiatoren bleiben unter 25 Dezibel — praktisch unhörbar. Für Schlafzimmer und Homeoffice sind geräuschlose Typen die einzig sinnvolle Wahl.
- Thermostat und Timer: Ein integrierter Thermostat regelt die Temperatur automatisch. Ein Timer ermöglicht zeitgesteuertes Ein- und Ausschalten — zum Beispiel 30 Minuten vor dem Aufstehen, damit das Bad bereits warm ist.
- Mobilität und Gewicht: Heizlüfter wiegen 1 bis 3 kg und lassen sich problemlos von Raum zu Raum tragen. Ölradiatoren mit 8 bis 15 kg brauchen ein Rollensystem — ohne Rollen wird der Raumwechsel zum Kraftakt.
- Energieeffizienz: Geräte mit stufenloser Leistungsregelung (z. B. 800/1200/2000 W) verbrauchen im Alltag deutlich weniger als Modelle mit nur einer Heizstufe. Ein Eco-Modus reduziert die Leistung automatisch nach Erreichen der Zieltemperatur — das spart bei mehrstündigem Betrieb spürbar Strom.
- Kabellänge: Mindestens 1,5 Meter, besser 1,8 bis 2 Meter. Zu kurze Kabel erzwingen Verlängerungskabel — bei Geräten mit 2000 Watt und mehr ein echtes Brandrisiko, wenn die Verlängerung nicht für mindestens 3500 Watt ausgelegt ist.
Das passende Gerät nach Einsatzort wählen
Unserer Erfahrung nach beginnt die Entscheidung nicht beim Gerätetyp, sondern beim Raum. Denn ein Wärmegerät, das im Wohnzimmer perfekt funktioniert, kann im Bad nutzlos und in der Werkstatt unterdimensioniert sein.
Im Wohn- und Arbeitszimmer zählt gleichmässige Wärme über mehrere Stunden. Ein Ölradiator oder Konvektor mit Thermostat ist die erste Wahl — leise, zugfrei und bei mehrstündigem Betrieb effizienter als ein Heizlüfter. Für das Homeoffice lohnt sich ein Modell mit Timer-Funktion: Das Gerät startet eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn, und der Raum ist warm, wenn Sie sich an den Schreibtisch setzen.
Im Bad brauchen Sie keine Dauerheizung, sondern kurze, intensive Wärmeschübe. Ein Badezimmer-Schnellheizer mit IP24-Schutz oder ein wandmontierter Infrarotstrahler liefert genau das. Ein Ölradiator wäre hier fehl am Platz — bis er auf Temperatur kommt, sind Sie längst wieder angezogen. Wichtig: Mindestabstand zu Dusche und Wasserquellen gemäss Herstellerangabe einhalten, in der Regel mindestens 60 Zentimeter.
Weitere Einsatzorte im Überblick
- Kinderzimmer: Cool-Touch-Gehäuse und Kippschutz sind Pflicht, nicht Kür. Ölradiatoren oder Konvektoren mit verdecktem Heizelement eignen sich am besten — kein freiliegendes Heizgitter, an dem kleine Finger sich verbrennen könnten.
- Hobbyraum oder Werkstatt: Heizlüfter mit 2000 bis 3000 Watt für schnelles Aufheizen ungedämmter Räume. In staubiger Umgebung auf Modelle mit Staubfilter achten — Staub auf dem Heizelement ist nicht nur unangenehm, sondern ein Sicherheitsrisiko.
- Wintergarten oder überdachte Terrasse: Infrarot-Heizstrahler sind hier der einzige sinnvolle Typ. Weil sie Körper und Oberflächen direkt bestrahlen statt die Luft zu erwärmen, funktionieren sie auch bei Luftzug — anders als jeder Konvektor oder Heizlüfter.
Bewährte Marken im Manor-Sortiment
Qualitätsmarken für anspruchsvolle Anwendungen
Wer langfristig investiert und Wert auf leisen Betrieb, durchdachte Steuerung oder modernes Design legt, wird bei diesen drei Marken fündig:
- De'Longhi: Der italienische Spezialist ist besonders stark bei Ölradiatoren und Konvektoren. Leiser Betrieb, langlebige Verarbeitung und durchdachte Thermostat-Steuerung. Preissegment: CHF 80 bis 250.
- Stadler Form: Die Schweizer Designmarke baut Geräte, die sich in moderne Wohnräume einfügen, statt daneben zu stehen. Klare Formsprache, hochwertige Materialien. Preissegment: CHF 100 bis 300.
- Dyson: Premium-Segment ab CHF 350 — dafür Kombigeräte, die heizen, kühlen und Luft reinigen. Wer ein Gerät für das ganze Jahr sucht und App-Steuerung schätzt, wird hier fündig.
Solide Einstiegsgeräte, die im Alltag überzeugen
Solis als Schweizer Traditionsmarke bietet ein breites Sortiment an Heizlüftern und Badezimmer-Schnellheizern im Bereich von CHF 40 bis 120 — solide Technik ohne Schnickschnack, die bei Standardanwendungen zuverlässig funktioniert. Daneben finden Sie bei Manor kompakte Heizlüfter und einfache Konvektoren ab CHF 30 für den gelegentlichen Einsatz. Ergänzend lohnt sich im Winter ein Blick auf Heizdecken und Heizkissen von Beurer — für persönliche Wärme auf dem Sofa, ganz ohne Raumheizung.
Gut zu wissen: Grenzen mobiler Wärmegeräte
Mobile Wärmegeräte sind Ergänzungsheizungen — sie ersetzen keine defekte oder unterdimensionierte Zentralheizung. Bei Dauerbetrieb über acht Stunden täglich summieren sich die Stromkosten auf rund CHF 130 pro Monat für ein 2000-Watt-Gerät. Wer regelmässig ganze Räume elektrisch heizt, sollte prüfen, ob eine Optimierung der Gebäudeheizung langfristig günstiger wäre. Für Mietwohnungen mit unzureichender Heizleistung empfiehlt sich das Gespräch mit der Verwaltung, bevor dauerhaft elektrisch zugeheizt wird. Bei Fragen zur Gerätewahl und Sicherheit stehen Ihnen unsere Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung.
Häufige Fragen
Welches Wärmegerät eignet sich für welche Raumgrösse?
Entscheidend ist nicht nur die Grundfläche, sondern das Raumvolumen: Ein 15-m²-Zimmer im Altbau mit 3 Metern Deckenhöhe enthält 45 Kubikmeter Luft — im Neubau mit 2,4 Metern Deckenhöhe sind es nur 36. Multiplizieren Sie Länge × Breite × Deckenhöhe und rechnen Sie mit rund 30 Watt pro Kubikmeter bei schlechter Dämmung. So kommen Sie auf eine realistischere Leistungsangabe als mit der reinen Quadratmeterzahl.
Sind Ölradiatoren oder Heizlüfter sparsamer im Stromverbrauch?
Bei gleicher Wattzahl verbrauchen beide identisch viel Strom — der Unterschied liegt im Nutzungsverhalten. Ein Ölradiator mit Thermostat schaltet bei Erreichen der Zieltemperatur ab und nutzt die gespeicherte Restwärme weiter. Konkret: Bei vier Stunden abendlichem Betrieb in einem 18-m²-Wohnzimmer spart ein thermostatgeregelter Ölradiator gegenüber einem ungeregelten Heizlüfter rund CHF 15 bis 20 pro Monat. Für kurze Einsätze unter einer Stunde ist der Heizlüfter trotzdem die effizientere Wahl, weil er keine Aufwärmphase braucht.
Welche Marke empfiehlt sich für ein leises Wärmegerät im Schlafzimmer?
De'Longhi-Ölradiatoren mit Eco-Funktion wechseln im Nachtbetrieb automatisch zwischen zwei Leistungsstufen und halten so die Zieltemperatur bei minimalem Verbrauch — ohne dass Sie davon aufwachen. Stadler Form bietet Keramik-Heizlüfter, die auf niedrigster Stufe unter 35 Dezibel bleiben. Bei der Platzierung im Schlafzimmer gilt: Mindestens 80 cm Abstand zum Bett, und das Gerät nie auf Kopfhöhe ausrichten — die direkte Warmluftströmung trocknet die Atemwege über Nacht aus.
Wie pflege und lagere ich ein Wärmegerät richtig?
Vor der Einlagerung im Frühling das Gerät vollständig abkühlen lassen und Staub mit einem trockenen Mikrofasertuch von Lüftungsschlitzen und Heizrippen entfernen — niemals nass reinigen. Kabel locker aufwickeln, nicht knicken und nicht straff um das Gerät wickeln: Kabelbruch ist die häufigste Defektursache. Stehend und trocken lagern, idealerweise mit Staubschutz. Vor der ersten Inbetriebnahme im Herbst das Gerät 10 Minuten bei offenem Fenster auf höchster Stufe laufen lassen — Staubreste auf dem Heizelement verbrennen kurzzeitig und erzeugen einen leichten Geruch, das ist normal.
Darf ich ein Wärmegerät über Nacht laufen lassen?
Nur wenn drei Sicherheitsmerkmale gleichzeitig vorhanden sind: Überhitzungsschutz, Kippschutz und Thermostat. Ölradiatoren mit GS-Prüfzeichen erfüllen das in der Regel. Heizlüfter ohne Thermostat und Kippschutz sollten nie unbeaufsichtigt laufen. Grundregel: Mindestabstand 50 cm zu Möbeln, Vorhängen und Bettzeug. Kein Gerät auf Teppich oder Textiluntergrund stellen — immer auf festem, ebenem Boden betreiben.