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Wohnzimmerschränke bei Manor – Stauraum, der zum Raum passt
Vor fünf Jahren stand in vielen Berner Altbauwohnungen noch eine massive Schrankwand aus Eiche, vom Boden bis zur Decke. Heute steht an derselben Stelle oft ein offenes Sideboard mit drei Fächern – und der Raum wirkt doppelt so gross. Wohnzimmerschränke haben sich grundlegend verändert: weniger Wucht, mehr durchdachte Module, die sich dem Grundriss anpassen statt ihn zu dominieren. Was geblieben ist: die Frage, welcher Schranktyp tatsächlich zum eigenen Wohnzimmer passt – und worauf es bei Massen, Material und Aufteilung wirklich ankommt.
Welcher Schranktyp passt zu Ihrem Wohnzimmer?
Highboard: Wann lohnt sich der vertikale Stauraum?
Ab etwa 120 cm Höhe beginnt die Kategorie Highboard, und genau darin liegt sein grösster Vorteil: Pro Quadratmeter Stellfläche bietet kein anderer Schranktyp mehr Stauraum. Typische Tiefen von 35 bis 45 cm machen Highboards auch in schmalen Räumen stellbar, etwa im Durchgangswohnzimmer einer Zürcher Stadtwohnung. Die Kombination aus geschlossenen Türen, Schubladen und offenen Fächern hält Ordnung, ohne alles zu verstecken. Wir bei Manor empfehlen allerdings einen ehrlichen Blick nach oben: Bei Deckenhöhen unter 2,40 m wirkt ein Highboard über 160 cm schnell erdrückend. Dann lieber ein kompakteres Modell wählen und die Wand darüber bewusst frei lassen.
Sideboard und Lowboard betonen die Horizontale
Sideboards bleiben unter 80 cm Höhe, Lowboards oft sogar unter 50 cm. Beide öffnen den Raum optisch, weil sie die Wandfläche darüber freigeben – ein Effekt, der besonders in Wohnzimmern unter 20 m² spürbar ist. Der entscheidende Unterschied: Lowboards als TV-Möbel bringen Kabelführungen und Belüftungsschlitze für Elektronik mit, Sideboards sind breiter angelegt für Geschirr, Bücher oder Deko. Für ein Sideboard sollten Sie mindestens 120 cm Wandbreite einplanen. Wer wenig Wandfläche hat, kombiniert ein flaches Lowboard mit einem Wandregal darüber – das schafft Stauraum, ohne den Raum zu verschliessen.
- Vitrine: Glastüren schützen Sammlerstücke und Gläser vor Staub, zeigen aber jeden Fingerabdruck. Glasböden tragen typisch 5 bis 8 kg pro Fach – für schwere Keramik oder Bücher zu wenig.
- Wohnwand / Schrankwand: Modulare Systeme aus Hängeschrank, Lowboard und Regal, die eine komplette Wand bespielen. Maximaler Stauraum, aber erst ab etwa 240 cm Wandbreite und in Räumen ab ca. 25 m² sinnvoll, damit die Proportionen stimmen.
- Offenes Regal: Keine Türen, dafür Raumteiler-Funktion. Oft ab 15 kg Eigengewicht angenehm leicht, aber alles bleibt sichtbar – wer zu Stapelchaos neigt, braucht Körbe oder Boxen als Ordnungshelfer.
Worauf beim Kauf achten? Die wichtigsten Kriterien
So planen Sie Masse und Stellfläche richtig
Die häufigste Enttäuschung bei online bestellten Möbeln: Der Schrank passt an die Wand, aber die Schranktür lässt sich nicht richtig öffnen. Drehtüren brauchen rund 50 cm Schwenkraum, Schubladen etwa 40 cm – und die Durchgangsbreite im Raum sollte nie unter 80 cm fallen. Unserer Erfahrung nach hilft ein simpler Trick mehr als jede 3D-App: Kleben Sie die Schrankmasse mit Malerkrepp auf den Boden und leben Sie zwei Tage damit. So spüren Sie die Raumwirkung, bevor der Karton kommt. Bei Deckenhöhen unter 2,40 m wirken Schränke über 160 cm erdrückend – ab 2,60 m sind auch 200 cm proportional stimmig. Zwischen Oberkante und Decke mindestens 20 bis 30 cm Luft lassen, damit der Raum atmet.
Material und Verarbeitung zeigen den grössten Qualitätsunterschied
Massivholz wie Eiche oder Nussbaum hält bei guter Pflege Jahrzehnte und altert mit Charakter. Das hat seinen Preis: Eiche wiegt rund 35 bis 45 kg pro Laufmeter Korpus, und bei Raumluftfeuchtigkeit unter 40 % – im Schweizer Winter mit Heizungsluft keine Seltenheit – können Risse entstehen. MDF bietet eine gleichmässige Oberfläche, lässt sich sauber lackieren oder folieren und ist deutlich günstiger. Stehendes Wasser an MDF-Kanten ist allerdings irreparabel, während man Massivholz abschleifen und neu ölen kann. Spanplatte mit Melaminbeschichtung bildet das Einstiegssegment: pflegeleicht und alltagstauglich, aber bei Umzügen bruchgefährdet an den Dübellöchern.
Ein belastbarer Qualitätsindikator, den kaum jemand prüft: die Plattenstärke. Böden und Seitenwände ab 18 mm tragen 15 bis 20 kg pro Fach problemlos. Unter 15 mm biegen sich Böden ab 80 cm Spannweite sichtbar durch – bei Büchern oder schwerem Geschirr ein echtes Problem.
Warum die Frontenwahl über den Alltagskomfort entscheidet
Hochglanzfronten sehen im Showroom spektakulär aus, zeigen im Alltag aber jeden Fingerabdruck und jedes Staubkorn. Matte Oberflächen sind deutlich alltagstauglicher. Bei der Wahl zwischen Echtholzfurnier und Folie gilt: Furnier lässt sich bei Kratzern abschleifen, Folie nicht. Push-to-open-Mechaniken (grifflose Fronten) wirken clean, haben aber Verschleissteile, die nach einigen Jahren ersetzt werden müssen.
- Rückwand-Qualität: Dünne HDF-Rückwände (3–4 mm) reichen für leichte Schränke. Bei schwerer Beladung oder Wandmontage auf verstärkte Rückwände ab 8 mm achten. Kippsicherung ist bei Schränken über 120 cm Höhe sicherheitsrelevant – besonders in Haushalten mit Kindern nicht verhandelbar.
- Scharniere und Auszüge: Softclose-Scharniere verhindern das Zuschlagen und schonen die Konstruktion langfristig. Bei günstigeren Modellen oft nicht serienmässig, aber nachrüstbar für etwa CHF 3 bis 8 pro Scharnier.
- Beleuchtung: LED-Innenbeleuchtung in Vitrinen auf warmweisse Farbtemperatur (2700–3000 K) einstellen, damit Holztöne natürlich wirken. Vorher prüfen, ob eine Steckdose in Schranknähe vorhanden ist oder ob batteriebetriebene Lösungen nötig sind.
Marken und Stilrichtungen bei Manor
Skandinavisch und modern
Klare Linien, helle Hölzer wie Eiche natur oder Birke, weisse oder graue Fronten – der skandinavische Stil bleibt in Schweizer Wohnzimmern dominant. La Redoute Intérieurs liefert skandinavisch inspirierte Sideboards und Regale im zugänglichen Einstiegssegment ab ca. CHF 300 bis 600. Wer im Premium-Bereich sucht, findet bei Marken wie Angel Cerdá reduziertes Design mit hochwertiger Verarbeitung ab rund CHF 1200.
Klassisch und zeitlos
Dunklere Holztöne wie Nussbaum oder geölte Wildeiche, Vitrinenelemente und dezente Metallgriffe – dieser Stil passt zu Altbauwohnungen und eingerichteten Räumen mit bestehendem Holzmobiliar. Mutoni und Vente-unique bieten im Preissegment von ca. CHF 800 bis 2500 Schränke mit traditioneller Möbelästhetik, die sich in bestehende Einrichtungen einfügen, statt sie zu übertrumpfen.
Industrial und Materialmix
Holz trifft auf Stahlgestelle und schwarze Rahmen – der Industrial-Stil funktioniert besonders in Loft-Wohnungen und modernen Stadtwohnungen mit Sichtbeton oder dunklen Wänden. KARE Design setzt auf ausdrucksstarke Materialkombinationen, während Beliani und HOMCOM den Einstieg in diesen Stil ab ca. CHF 250 bis 500 ermöglichen.
Aufbau und Stellplatz: Was oft unterschätzt wird
Wohnzimmerschränke werden fast immer zerlegt geliefert – der Aufbau dauert je nach Modell 45 Minuten bis über zwei Stunden und erfordert bei Schränken über 40 kg zwingend eine zweite Person. Massivholzmodelle sind deutlich schwerer als MDF- oder Spanplattenkorpusse und können auf Parkettböden ohne Filzgleiter ab rund 60 kg Gesamtgewicht sichtbare Druckstellen hinterlassen. Wer zur Miete wohnt und Hängeschränke an Gipskartonwänden montieren will, sollte die Tragfähigkeit prüfen: Ohne Spezialdübel halten solche Wände maximal 15 bis 20 kg pro Befestigungspunkt. Für individuelle Beratung zu Massen und Konfiguration stehen Ihnen unsere Fachberater in den Manor-Filialen persönlich zur Verfügung.
Häufige Fragen zu Wohnzimmerschränken
Welche Schrankgrösse passt in mein Wohnzimmer?
Wandbreite messen und 15 bis 20 cm Luft zu jeder Seite einplanen, damit der Schrank nicht eingeklemmt wirkt. In schmalen Räumen unter 3 m Breite auf Modelle mit maximal 30 cm Tiefe ausweichen, um die Durchgangsbreite nicht unter 80 cm zu drücken. Unser Tipp: Kartons in Schrankgrösse aufstellen und zwei Tage stehen lassen – so spüren Sie die Raumwirkung, bevor Sie bestellen.
Massivholz oder MDF – was ist langlebiger?
Massivholz lässt sich bei Kratzern und Gebrauchsspuren abschleifen und neu ölen – das verlängert die Lebensdauer auf Jahrzehnte und steigert den Wiederverkaufswert. Der Nachteil: Ein Eichen-Sideboard wiegt leicht 60 bis 80 kg und wird bei häufigen Umzügen zur logistischen Herausforderung. MDF ist formstabiler bei Klimaschwankungen, leichter zu transportieren und günstiger, aber bei Wasserschäden an Kanten nicht reparierbar. Für Mietwohnungen mit absehbarem Umzug ist MDF pragmatischer, fürs Eigenheim Massivholz die nachhaltigere Investition.
Welcher Schrank eignet sich als TV-Möbel?
Lowboards mit integrierter Kabelführung und Belüftungsöffnungen auf der Rückseite. Ohne Belüftung staut sich Wärme hinter Receiver und Konsole – Elektronik sollte dauerhaft nicht über 35 °C kommen. Beim Verhältnis Lowboard zu TV-Grösse gilt als Faustregel: Das Board sollte mindestens 20 cm breiter sein als der Fernseher, damit die Proportionen stimmen und Lautsprecher oder Soundbar Platz finden. Bei Manor bieten etwa die Lowboard-Linien von Mutoni solide Deckplatten, die auch einen 55-Zoll-TV mit 15 bis 20 kg sicher tragen.
Wie pflege ich meinen Wohnzimmerschrank richtig?
Geöltes Massivholz alle 6 bis 12 Monate mit Hartöl nachbehandeln – dünn auftragen, 8 bis 12 Stunden trocknen lassen, aber nicht bei Zugluft, sonst trocknet das Öl fleckig. Lackierte und melaminbeschichtete Oberflächen mit nebelfeuchtem Mikrofasertuch abwischen, keine Scheuermilch. Hochglanzfronten nur mit ammoniakfreiem Glasreiniger. Schubladenauszüge einmal jährlich mit Silikonspray behandeln, damit die Laufschienen leichtgängig bleiben.
Sind nachhaltig produzierte Modelle bei Manor erhältlich?
Ja. Mehrere Marken im Manor-Sortiment setzen auf FSC-zertifiziertes Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern – La Redoute Intérieurs etwa verwendet für zahlreiche Linien FSC-zertifiziertes europäisches Holz. Zusätzlich lohnt ein Blick auf die Schadstoffklasse: Spanplatten mit Emissionsklasse E1 (Formaldehyd ≤ 0,1 ppm) sind europäischer Mindeststandard – Modelle mit E0,5 oder CARB2-Zertifizierung liegen deutlich darunter und eignen sich besonders für Haushalte mit Kindern oder Allergikern.