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Lavaux: Die Sonnenterasse der Schweiz.

Wir kehren zurück in die Schweiz und beenden unsere Weltreise mit einem nationalen Highlight: dem Lavaux. 2007 wurde die terrassenförmige Weinregion zwischen Lausanne und Vevey-Montreux zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Spätestens wenn man selber in den erhöhten Reben steht und die vielen Weinanbau-Terrassen in der Abendsonne entlang des Lac Lemans überblicken kann, versteht man wieso. 

Die drei Sonnen.
Die Einheimischen sprechen von den „Drei Sonnen“, die nicht nur für magische Postkarten-Ansichten, sondern auch für eines der besten Weinklimas in der Schweiz sorgen: Die direkte Sonneneinstrahlung auf die Hänge, die Reflexion vom grossen See und schliesslich die gespeicherte Sonnenwärme der schutzbietenden Steinmauern. Sie schenken den dort wachsenden Trauben eine besondere Reife und Süsse.

Die Herausforderung der Berge
Um die sonnenreichen Hänge bewirtschaften zu können, haben sich die Winzer den Herausforderungen der Hanglage optimal angepasst: Der charakteristische Terrassenbau mindert das Gefälle und eigens angelegte Kanäle führen das Niederschlagswasser zu Bächen hin, um so den Abfluss und die Erosion zu bremsen. Die Winzer verwenden kleine Seilbahnen für den Materialtransport und sind während der Ernte an den steilen Passagen zum Teil wie Bergsteiger angeseilt. Manchmal kommt sogar ein Helikopter für die Weinlese zum Einsatz. Der Aufwand lohnt sich: Die Terrassen bringen dank ihrer reichen Topographie und dem grosszügigen Sonneneinfall hervorragende Weissweine mit intensivem, floralem Aroma hervor.

Der Chasselas
Die am weitesten verbreitete Traube im Lavaux ist der Chasselas. Um ihn zu beschreiben verwendete der Weinkritiker Stephan Reinhardt in „Robert Parker’s Wine Advocat“ den Ausdruck “Schweizer Neutralität“. Nicht gerade schmeichelhaft. Denn im Vergleich mit einer sehr ausgeprägten Traubensorte wie Sauvignon Blanc oder Muscat ist der Chasselas tatsächlich eher schwierig zu charakterisieren. Doch dafür versteht die Traube es besonders gut, die lokalen Boden- und Klimaverhältnisse im Aroma des Weins zum Ausdruck zu bringen – und erreicht damit genau im Lavaux Höchstleistungen.