Verschiedene Verschlussarten
Eine der faszinierendsten Eigenschaften des Weins liegt darin, dass jeder Jahrgang anders schmeckt. Das Naturprodukt Wein wird vom Boden und den meteorologischen Verhältnissen geprägt. Dadurch erhält jeder Jahrgang seinen eigenen aromatischen Charakter. Erinnern wir uns nur an den extrem heissen Sommer 2003, der besonders intensive, körperreiche Weine mit einer ausgeprägten Note kandierter Früchte hervorbrachte. 2006 wurden in der Schweiz elegante, ausgewogene Weine produziert, die dieser Tag in den Verkauf kommen.Der Verschluss als Qualitätsgarantie ist seit langem ein viel diskutiertes Thema. Der ursprünglich verwendete Naturkorken aus der Rinde der Korkeiche galt stets als idealer Flaschenverschluss, da er den Wein atmen lässt. Die zunehmenden Probleme bei der Korkproduktion haben jedoch die Getränkeindustrie dazu bewogen, nach Alternativen zu suchen. Die neuen Systeme sind effizient und wirtschaftlich und werden immer häufiger verwendet. So werden die Naturkorken immer öfter durch Glas/Silikon-Zapfen oder die praktischen Drehverschlüsse ersetzt.

Natürlich kann man auch über diese Ansicht diskutieren. Einige Modernisten sind der Ansicht, nichts sei so effizient wie der Drehverschluss, denn dieser sei am langlebigsten und garantiere einen hermetischen Verschluss. Darüber hinaus sei die Reifung des Weins nicht eine Folge der Oxidation. «Die Reifung des Weins erfordert keinen Sauerstoff. Der Wein entwickelt seine sensorischen Eigenschaften in einer reduktiven Umgebung, wo er seinen qualitativen Charakter entwickelt.» Pascal Ribéreau Gayon (Traité d'oenologie 2000).
Zusammenfassend kann man sagen, dass die synthetischen Verschlüsse folgende Vorteile bieten:
- Der Wein bleibt länger frisch.
- Das absolut neutrale Material führt zu keinerlei Geschmacksveränderung beim Weisswein, der eher zu Zapfengeschmack neigt.
- Die Weinqualität ist bei allen Flaschen identisch.
- Es werden bei der Produktion weniger Antioxidantien (Schwefel) beigemischt. Eine gute Nachricht für Allergiker!
- Die Flaschen können praktischerweise auch stehend gelagert werden
Zum Schluss lassen wir noch den Weindegustator Michel Bettane zu Wort kommen:
«Alle verkapselten Weine erlaubten eine präzise Definition und Entfaltung des Aromas und zeichneten sich durch eine bessere Wahrung der Textur aus als die gleichen Weine mit Naturkorken. Zudem waren alle Flaschen absolut identisch.» (Revue du Vin de France, März 2004)
Jetzt liegt es an Ihnen, sich Ihre eigene Meinung zu bilden!