Poliziano
Zentralitalien ist die Heimat der Toskana und damit einer der weltweit
bekanntesten Weinregionen. Es ist auch die Heimat des Chianti, des
Brunello di Montalcino und des Vino Nobile di Montepulciano. Dreier
Weintypen, deren Image unterschiedlich positioniert ist, die aber alle
aus der Sangiovese-Traube vinifiziert werden. Dr. Federico Carletti vom
Weingut Poliziano in Montepulciano gehört zu den Top-Produzenten der
Region. Regelmässig erhalten seine Weine Höchstbewertungen im «Gambero
Rosso» und im «Veronelli», den beiden einflussreichsten italienischen
Weinführern, und Bewertungen jenseits der 90 Punkt bei Robert Parker und
im «Wine Spectator».
Das Poliziano-Weingut wurde 1961 gegründet. 22 Hektaren Rebland bildeten
den Anfang. Heute beträgt die Fläche 140 Hektaren, wobei jährlich
600'000 Flaschen abgefüllt werden. Auch wenn Carlettis Weine ein
lebhaftes Aromaprofil aufweisen und von fruchtig, verspielt bis opulent
und komplex haben sie eine Gemeinsamkeit – sie sind elegant und
finessenreich. Auch vereinen sie traditionelles Weinschaffen mit
modernem Geschmacksempfinden und begleiten italienische Küchenklassiker
perfekt. Der Name Poliziano geht übrigens auf den Dichter Angelo
Ambrogini (1454-1494) zurück, der in Montepulciano zur Welt kam und
unter dem Namen «Il Poliziano» bekannt war. Interessant an Polizianos
Weinpalette ist weiter, dass man Abfüllungen aus diversen Toskanischen
Terroirs findet – vom Valdichiana (einer Weinbauzone vom Arezzo bis
Torrita di Siena) bis zum Chianti Classico.
Als Weinbezeichnung taucht der Name Chianti erstmals 1404 in einer
notariellen Urkunde auf, wobei in dieser Weinbauzone seit der Antike
Reben kultiviert worden sind. Die Chianti-Zone umfasst heute rund 70'000
Hektaren und erstreckt sich zwischen Florenz und Siena. Seit 1996 ist
Chianti Classico eine autonome DOCG-Appellation. Etwa 7000 der insgesamt
10'000 Hektaren Rebfläche sind für die Produktion des Chianti Classico
bestimmt, was jährlich rund einen Ertrag von 280'000 Hektolitern Wein
ergibt. Um einen Chianti Classico Wein zu erzeugen, genügt es allerdings
nicht, die Reben innerhalb dieses Territoriums zu kultivieren. Es
müssen vielmehr diverse Regelungen betreffend Pflanzenalter,
Bestockungsdichte und Produktionsmethode befolgt werden.
Hauptsorte des Chianti Classico ist der Sangiovese (wobei auch Canaiolo,
Trebbiano, Malvasia, Colorino sowie Merlot und Cabernet Sauvignon
beigemischt werden dürfen). Die Sangiovese-Traube ergibt sowohl leichte
süffige, wie auch komplexe und vielschichtige Rotweine und eignet sich
wunderbar für den Barriqueausbau. Typische Aromen eines traditionellen
Chiantiweins sind Sauerkirschen, Veilchen, Kräuter und im Abgang auch
Schwarzteenoten. Die Säure ist markant und erinnert an die Säure, die
man in Tomaten findet. Ebenfalls markant sind die präsenten Tannine.
Nach etwa vier Jahren im Keller sind die Sangiovese-Weine trinkbereit
und erreichen ihren Höhepunkt im Alter von 10 bis 15 Jahren. Ein schöner
Brunello sollte erst einmal acht Jahre ruhen dürfen, bis er entkorkt
wird. Seinen Höhepunkt erlebt er im Alter von 10 bis 20 Jahren.